33 Auszubildende in Greifswald feiern Gesellenfreisprechung im Handwerk
Die Gesellenfreisprechung markiert den krönenden Abschluss einer jeden handwerklichen Ausbildung. Kürzlich schafften in Greifswald 33 junge Menschen aus fünf verschiedenen Berufen den wichtigen Schritt vom Lehrling zur Fachkraft. Die feierliche Zeremonie fand im Greifswalder Kulturbahnhof statt, wo die Auszubildenden aus der gesamten Region Vorpommern geehrt wurden. Drei der frischgebackenen Gesellen teilen ihre persönlichen Erfahrungen und Einblicke in ihre Ausbildungszeit.
Basti Buchheister: Vom Kindheitstraum zum Elektroniker
Basti Buchheister, 20 Jahre alt und aus Brünzow bei Greifswald stammend, hat nun seinen Gesellenbrief als Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik in der Tasche. „Eigentlich wollte ich schon immer Elektriker werden, gefühlt seit dem ersten Lebensjahr. Als ob das vom Kopf vorbestimmt gewesen wäre“, erzählt er. Seine Lehre absolvierte er bei der H & S Elektro GmbH in Greifswald. „Das vielfältige Arbeiten an Neu- und Altbauten sowie der intensive Kundenkontakt haben mir besonders gefallen“, so der Junggeselle. Weniger begeistert war er von der Berufsschule. Mit einer Gesamtleistung von 85 Prozent ist er Bester seines Jahrgangs. Sein Rat an künftige Azubis: „Durchhalten, nicht nachlassen und wissen, dass anstrengende Tage dazugehören.“
Felix Döbler: Tradition und Praxis im Familienbetrieb
Felix Döbler, 19 Jahre alt aus Pasewalk, wurde zum Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik ausgebildet. „Mir war das Handwerk durch meinen Vater und Opa in die Wiege gelegt, die unseren Familienbetrieb führten. Da habe ich früh mitgearbeitet und mich entwickelt“, erinnert er sich. Seine Ausbildung fand in der Heizung- Sanitär- Bauklempnerei Steffen Döbler GmbH statt. „Am besten gefiel mir die praktische Arbeit im Betrieb. In der Schule fehlt oft der Bezug zur Realität, der im Betrieb deutlich wird“, erklärt der 19-Jährige. Er empfiehlt Auszubildenden, bei Unklarheiten stets nachzufragen. Für ihn steht als Nächstes die Meisterausbildung an.
Marco Prabel: Vom Schornsteinfeger zum Anlagenmechaniker
Marco Prabel, 25 Jahre alt von der Insel Usedom, absolvierte seine Ausbildung bei Fachhandwerker Andreas Deckerdt in Ahlbeck. Ursprünglich wollte er Schornsteinfeger werden, „das hat nicht geklappt, und das ist auch gut so“, sagt er. Über Bekannte fand er zu seinem jetzigen Beruf als Monteur für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. „Ich schätze das Praktische, wie den Anlagenbau oder das Einbauen neuer Gasheizungen, um Kunden maximalen Komfort zu bieten“, so Prabel. Sein Tipp für Nachwuchskräfte: „Alles mitnehmen, was geht. Bei Weiterbildungen und Schulungen immer dabei sein, um sich später spezialisieren zu können.“
Herausforderungen: Lehrermangel in Berufsschulen
Alle drei Junggesellen berichten von häufigen Ausfallstunden in der Berufsschule. Robert Schultz, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Vorpommern-Greifswald, bestätigt diesen Eindruck. In den Berufsschulen herrscht ein akuter Personalmangel, der sich durch Krankheiten und demografische Effekte erklären lässt. Viele Lehrkräfte stehen vor der Rente, was eine baldige Besserung der Situation unwahrscheinlich macht. Zudem sendet der Landkreis laut Schultz keine gegenteiligen Signale, um dem Problem entgegenzuwirken. Diese Herausforderung unterstreicht die Notwendigkeit, die berufliche Bildung in der Region zu stärken und attraktiv zu halten.



