Regionaler Ausbildungstag in Templin lockt mit vielfältigen Berufsperspektiven
In der Templiner Oberschule herrschte ein seltenes Gedränge auf zwei Etagen, als sich zum 18. Mal der Regionale Ausbildungstag (RAT) präsentierte. Rund 180 Besucher strömten in die Bildungseinrichtung, die sich für einen Vormittag in einen Hotspot beruflicher Möglichkeiten verwandelte. Dreißig Firmen, Institutionen und Behörden stellten Eltern und Schülern der Sekundarstufe ihre Profile und die Chancen für junge Menschen vor.
Frühaufsteherinnen sichern Versorgung und Klassenkassen-Bonus
Lange vor Beginn der Veranstaltung waren Leonie und Olivia aus der Klasse "9 Blau" bereits aktiv. Gemeinsam mit vier Mitschülerinnen, ihrer Klassenleiterin Stephanie Wegener und engagierten Eltern schmierten sie Brötchen, stellten Getränke bereit und wärmten Würstchen auf. Mit diesem zuverlässigen Versorgungsservice sicherten die Frühaufsteherinnen nicht nur einen reibungslosen Ablauf des Ausbildungstages, sondern auch einen willkommenen Bonus für die Klassenkasse. Trotz ihrer Verpflichtungen blieb den Mädchen genügend Zeit, sich abwechselnd ins Getümmel der Besucher zu stürzen und selbst Eindrücke von den beruflichen Möglichkeiten zu sammeln.
Breites Spektrum an Ausstellern von Agraraktiv bis Zweckverband
Das Angebot auf dem Ausbildungstag spannte einen weiten Bogen von A wie "Agraraktiv" – dem Kompetenzzentrum Landwirtschaft für grüne Berufe – über Bundeswehr und Milchhof Prenzlau bis Z wie Zweckverband Wasserversorgung- und Abwasserentsorgung Westuckermark. Besonderes Interesse weckten die uniformierten Berufsbilder: Bundeswehr, Bundespolizei und Landespolizei präsentierten attraktive Ausbildungswege mit verlockenden Perspektiven.
Frank-Peter Dochow-Lehmann, Einstellungsberater der Bundespolizei in Angermünde, erläuterte: "Wer zur Bundespolizei geht, kann unter anderem bei der Grenzpolizei, in der Kriminalitätsbekämpfung oder im ärztlichen Dienst eingesetzt werden." Sebastian Ehlert von der Landespolizei, Polizeiinspektion Uckermark, stand gemeinsam mit Kollegin Kathrin Schiemann geduldig Rede und Antwort zu Fragen nach Verdienst, Einstiegsalter, Studienmöglichkeiten und Einsatzorten.
Praktika als Türöffner für spätere Ausbildungsverhältnisse
Constanze Hildebrandt, Leiterin der Arbeitsagentur Eberswalde, hob in ihrer Begrüßung das Engagement der teilnehmenden Firmen hervor: "Nach dem Berufemarkt in Eberswalde und dem Tag der Berufe in Prenzlau zu Jahresbeginn findet in Templin die 'kleine, aber feine' Ausbildungsmesse statt." Im Herbst folge mit der Schwedter Ausbildungs- und Studienmesse "SAM" der große uckermärkische Berufsmarkt.
Die Bedeutung von Praktika als Brücke in den Beruf betonten Mirco und Andra Wollert von der "Praxis Am Mühlentor" in Templin. Die Physiotherapeuten, die erstmals im Vorjahr auf der Messe präsent waren, vergeben inzwischen übers Jahr verteilt 16 Praktikumsplätze. "Nicht alle bleiben dabei. Aber drei unserer Praktikanten sind heute in der Ausbildung", freute sich Mirco Wollert.
Herausforderungen bei der Nachwuchsgewinnung
Nicht alle Erfahrungen sind durchweg positiv, wie Angela Dobberstein, Geschäftsführerin der Elektro-Firma Thomas aus Groß Dölln, berichtete: "Es ist oft schwer, Begeisterung für einen Beruf zu wecken, der mit anspruchsvoller körperlicher Arbeit bei jedem Wetter verbunden ist." Ihre Firma habe zwei Jugendliche nach Praktika zur Ausbildung übernommen, die dann die Lehre nicht abgeschlossen hätten. Dennoch suche das seit 38 Jahren am Markt tätige Unternehmen weiterhin Nachwuchs und habe sich erneut zur Teilnahme am RAT entschlossen.
Schüler auf der Suche nach ihrer beruflichen Zukunft
Viele der jungen Besucher sicherten sich Kontaktdaten zu Firmen und Behörden, manche fragten direkt nach Praktikumsplätzen. Leon, ein Neuntklässler, gehörte zu denen, die sich noch nicht endgültig entschieden haben. "Auf jeden Fall möchte ich einen Handwerksberuf etwa in der Metallbranche lernen, um anschließend vielleicht zu studieren", erklärte der Schüler, der aufmerksam die Übungen bei den Notfallsanitätern der Uckermärkischen Rettungsgesellschaft verfolgte.
Der Regionale Ausbildungstag Templin hat sich seit seiner Erstauflage vor 18 Jahren – trotz zweijähriger Corona-Unterbrechung – einen festen Platz im Kalender der Berufsorientierung in der Uckermark erobert. Die Veranstaltung bietet Schülern nicht nur Informationen, sondern auch wertvolle Gelegenheiten zum Kontakteknüpfen und zur Ideenvermittlung für ihre berufliche Zukunft.



