Brandenburg setzt auf unkonventionelle Methoden, um den gravierenden Lehrermangel zu bekämpfen. Bildungsminister Gordon Hoffmann bestätigte in der RBB-Sendung „Brandenburg Aktuell“, dass der Einsatz von Fernunterricht geprüft wird. Ein konkretes Modellprojekt an Berufsschulen dient als Beispiel: Die Oberstufenzentren Prignitz und Cottbus arbeiten zusammen, indem zwei Klassen parallel unterrichtet werden, während nur in einer Klasse ein Lehrer physisch anwesend ist.
Technische Herausforderungen und Abhängigkeiten
Für dieses Konzept sind Kameras, Bildschirme, stabiles Internet und synchronisierte Unterrichtszeiten erforderlich. Hoffmann betonte, dass dies in vielen Teilen Brandenburgs eine Herausforderung darstellt, da der Unterrichtsbeginn oft an den Schülernahverkehr gekoppelt ist. Neben Fernunterricht werden auch vermehrt Seiteneinsteiger eingesetzt, um die Lücken zu füllen.
Lehrerdefizit und Haushaltslage
Der Minister hatte zuvor angekündigt, dass das Land vor dem bislang größten Lehrerdefizit steht. Er könne nicht garantieren, die Absicherung der Stundentafel zum nächsten Schuljahr im bisherigen Umfang zu gewährleisten. Die Zahl der Lehrerstellen im Haushalt 2025 war um 345 Vollzeitstellen gesunken. Die neue SPD/CDU-Koalition plant, 250 zusätzliche Stellen zu schaffen. Hoffmann räumte jedoch ein: „Leider ist es so, dass mittlerweile der Arbeitsmarkt ziemlich leergefegt ist und wir ganz oft keinen finden.“
Das Modellprojekt an den Berufsschulen zeigt, wie digitale Lösungen temporär Abhilfe schaffen können, doch langfristig sind strukturelle Maßnahmen notwendig, um den Lehrberuf attraktiver zu machen und mehr Fachkräfte zu gewinnen.



