Lehrerverband fordert mehr Förderung für Schulen mit hoher Armutsquote
Lehrerverband: Mehr Förderung für Schulen mit Armutsquote

Lehrerverband pocht auf mehr Unterstützung für Schulen mit hohem Armutsanteil

Der Thüringer Lehrerverband fordert dringend eine bessere Förderung von Schulen, die viele Schülerinnen und Schüler aus einkommensschwachen Haushalten unterrichten. Hintergrund sind die zunehmenden psychischen Belastungen, mit denen Kinder und Jugendliche in diesen Bildungseinrichtungen konfrontiert sind. Der Verband schlägt konkrete Maßnahmen vor, um die Situation zu verbessern.

Forderungen nach Sonderprogrammen und personeller Aufstockung

Laut dem Lehrerverband könnten gezielte Sonderförderprogramme einen wichtigen Beitrag leisten. Darüber hinaus müsse das schulpsychologische und sozialpädagogische System deutlich ausgebaut werden. Auch mehr Fortbildungsmöglichkeiten für Lehrkräfte seien essenziell, um den besonderen Herausforderungen gerecht zu werden.

„Auch in Thüringen sehen wir täglich, wie stark Armut und fehlende Unterstützungssysteme den Bildungserfolg gefährden“, erklärte Tim Reukauf, der Vorsitzende des Landesverbands. „Volle Lehrpläne, hoher Leistungsdruck und massive Personallücken lassen kaum Raum für pädagogisches Miteinander. Das ist nicht die Schuld der Lehrkräfte, sondern Ergebnis politischer Versäumnisse.“

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Studie belegt steigende psychische Belastungen

Die Forderungen des Verbands basieren auf den Ergebnissen des Deutschen Schulbarometers der Robert Bosch Stiftung. Diese in Stuttgart veröffentlichte Studie zeigt, dass Schülerinnen und Schüler in Deutschland vermehrt Hinweise auf psychische Auffälligkeiten aufweisen.

Im Jahr 2025 fühlte sich bereits ein Viertel der befragten Schüler psychisch belastet. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 21 Prozent. Besonders betroffen sind laut der Untersuchung Kinder und Jugendliche aus Familien mit sehr niedrigem Einkommen.

Ursachen und mögliche Lösungsansätze

Die Studienautoren nennen mehrere Gründe für den Anstieg der psychischen Belastung:

  • Leistungsdruck in der Schule
  • Sorgen um die eigene Zukunft
  • Ängste wegen Kriegen und Krisen
  • Leichterer Zugang zu potenziell belastenden Informationen in sozialen Netzwerken

Als positive Faktoren zur Verbesserung der psychischen Gesundheit und des Wohlbefindens der Kinder identifizieren die Forscher:

  1. Guten Unterricht
  2. Möglichkeiten zur Mitbestimmung für Schüler

Der Thüringer Lehrerverband betont, dass diese Erkenntnisse die Dringlichkeit seiner Forderungen unterstreichen. Nur durch gezielte Unterstützung könne verhindert werden, dass Armut und psychische Belastungen den Bildungserfolg weiter gefährden.

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