Vertragsfehler legt Microsoft-Lizenzen für Hannovers Schulen lahm
Ein gravierender Vertragsfehler hat dazu geführt, dass tausende Microsoft-365-Lizenzen für Schulen in der Landeshauptstadt Hannover vorerst nicht genutzt werden können. Wie eine Sprecherin der Stadtverwaltung bestätigte, sind insgesamt 75.000 Lizenzen im Wert von etwa 342.000 Euro betroffen. Der Fehler wurde kurz vor den Osterferien entdeckt und betrifft die vereinbarten Datenschutzbestimmungen.
Datenschutzvereinbarung entspricht nicht städtischen Standards
Der Kern des Problems liegt in einer unzureichenden Datenschutzvereinbarung für die Nutzung der Microsoft-Produkte an Bildungseinrichtungen. Die getroffenen Vereinbarungen stehen laut städtischer Verwaltung im direkten Widerspruch zu den strengen Datenschutzregeln der Stadt Hannover. Daher musste die Nutzung von Programmen wie Word, Powerpoint und Excel an Schulen vorübergehend gestoppt werden.
Es handelt sich dabei ausdrücklich nicht um einen Datenschutzvorfall im Sinne eines Hackerangriffs oder Datenlecks, sondern um eine mangelhafte vertragliche Grundlage. Bei der Nutzung der Microsoft-365-Dienste würden grundsätzlich personenbezogene Daten an Microsoft und dessen Subunternehmen übermittelt - eine Praxis, die durch die fehlerhafte Vereinbarung nicht ausreichend abgesichert war.
Laufende Untersuchung und mögliche Lösungsansätze
Wie es zu diesem Formfehler kommen konnte, wird derzeit intensiv geprüft. Besonders brisant: Die betroffenen Ein-Jahres-Lizenzen laufen erst Anfang September 2026 aus. Die Stadtverwaltung untersucht nun, ob die Verträge nachgebessert werden können, um die Lizenzen doch noch nutzbar zu machen und die beträchtliche Investition zu retten.
Für den laufenden Schulbetrieb bedeutet der Nutzungsstopp laut Verwaltung keine unmittelbaren Probleme. „Bestehende Systeme und Plattformen stehen unverändert zur Verfügung und decken die wesentlichen Anforderungen des Schulalltags ab“, teilte die Stadt mit. Wo notwendig, würden bestehende Verträge verlängert, um die digitale Infrastruktur aufrechtzuerhalten.
Microsoft 365 als ergänzendes Werkzeug geplant
Die Microsoft-365-Lösung war ursprünglich als Ergänzung zum bestehenden digitalen Angebot der Schulen konzipiert. Die Programme sollten insbesondere für:
- Kommunikation zwischen Lehrkräften und Schülern
- Gemeinsames Arbeiten an Projekten
- Nutzung der Office-Anwendungen für Unterrichtszwecke
eingesetzt werden. Die betroffenen Lizenzen umfassten den Zugang zu den zentralen Office-Produkten sowie zu Kollaborationstools für den Bildungsbereich.
Die Stadtverwaltung betonte, dass alle notwendigen Schritte unternommen werden, um eine datenschutzkonforme Lösung zu finden. Parallel dazu wird der Vorfall intern aufgearbeitet, um ähnliche Fehler in Zukunft zu vermeiden. Die „Hannoversche Allgemeine“ hatte zuerst über den Vertragsfehler berichtet.



