Niedersachsen verwandelt Schulmensen in lebendige Lernorte
Wie werden aus Kartoffeln Pommes und wie gelangt Milch in den Karton? Diese und ähnliche Fragen stehen im Mittelpunkt eines innovativen Projekts in Niedersachsen, bei dem Schulmensen künftig mehr sein sollen als reine Ausgabestellen für Essen. Das Ernährungsministerium fördert sieben Schulen mit insgesamt rund 1,2 Millionen Euro im Rahmen des Modellprojekts „Lernort Mensa“.
Praktische Erfahrungen im Fokus
Ernährungsministerin Miriam Staudte (Grüne) betonte bei der Vorstellung: „Wir sollten Schulmensen künftig nicht nur als Ort der Sättigung sehen, sondern als Lernort für gesunde Ernährung und gemeinsames Essen.“ Praktische Erfahrungen sollen dabei eine größere Rolle spielen, etwa beim Kochen oder im Umgang mit Lebensmitteln. Die geförderten Schulen befinden sich in den Landkreisen Gifhorn, Wesermarsch, Peine und Osnabrück sowie in den Städten Hannover und Stade.
Schüler formulieren klare Ziele
Schülerinnen und Schüler der Grundschule Wettbergen in Hannover fassten die Projektziele prägnant zusammen:
- Lebensmittel wertschätzen
- Gesundes Essverhalten fördern
- Soziales Miteinander stärken
Vom Hochbeet auf den Teller
Ein Vertreter des Verbands deutscher Schul- und Kita-Caterer erklärte: Kinder sollen lernen, wo ihre Lebensmittel herkommen und wie diese verarbeitet werden. In der Grundschule Wettbergen gibt es bereits ein Hochbeet, außerdem sollen Kinder freitags für andere Kinder kochen. Nach Angaben des Ministeriums reicht das Spektrum von Koch- und Unterrichtsangeboten bis hin zu baulichen Veränderungen in Küchen und Mensen.
Projekt mit langfristiger Perspektive
Umgesetzt wird das Projekt gemeinsam mit dem Verband deutscher Schul- und Kita-Caterer. Es läuft zunächst bis Februar 2027 und soll zeigen, wie Schulverpflegung nachhaltig verbessert werden kann. Die Initiative setzt auf eine ganzheitliche Herangehensweise, die Ernährungswissen mit praktischen Erfahrungen und sozialem Lernen verbindet.



