Deutschland schrumpft massiv: Bis 2045 droht Verlust von 2,5 Millionen Einwohnern
Deutschland schrumpft: Bis 2045 2,5 Mio. Einwohner weniger

Deutschland schrumpft: Bevölkerungszahl sinkt erstmals seit Jahren

Nach einer langen Phase des Wachstums kehrt sich der demografische Trend in Deutschland um. Das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) meldet einen deutlichen Rückgang der Einwohnerzahl. Im Jahr 2025 sank die Bevölkerungszahl um 100.000 auf 83,5 Millionen Menschen.

„Klammert man das erste Jahr der Pandemie aus, war es der erste Rückgang seit 2010“, erklärt IW-Experte Philipp Deschermeier. Die Prognose für die kommenden Jahre fällt noch drastischer aus: Bis 2045 rechnet das Institut mit einem weiteren Rückgang um 2,9 Prozent auf rund 81,1 Millionen Einwohner.

Demografische Kehrtwende: Zuwanderung kann Sterbefälle nicht mehr ausgleichen

Der Grund für diese Entwicklung liegt in der veränderten Migrationsbilanz. Im Jahr 2025 kamen nur noch 250.000 mehr Menschen ins Land als wegzogen. Gleichzeitig starben 350.000 mehr Menschen, als Babys geboren wurden. Diese beiden Faktoren führen unterm Strich zu einem Minus von 100.000 Einwohnern.

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Laut IW-Ökonom Deschermeier liegt dies vor allem am Ende des Wirtschaftsbooms und an den Migrations-Bremsen der Bundesregierung. Von 2010 bis 2024 stieg die Zahl der Einwohner noch von 80,3 auf 83,6 Millionen – vor allem dank starker Migration. EU-Arbeitnehmerfreizügigkeit, Flüchtlingswelle und Wirtschaftsboom sorgten damals für eine demografische Kehrtwende.

Extremszenario: Bevölkerung könnte auf 78 Millionen schrumpfen

Je nach Entwicklung der Einwanderung könnte die Bevölkerungszahl bis 2045 sogar auf knapp 78 Millionen fallen. In der vorherigen Prognose waren die Forscher noch von einem moderaten Wachstum bis 2040 ausgegangen. Diese neue Entwicklung markiert eine dramatische Wende.

„Durch die alternde Gesellschaft und mehr Todesfälle wird sich das Minus noch vergrößern“, warnt der Experte. „Arbeitsmarkt und Sozialversicherung könnten viel früher und stärker unter Druck geraten als bislang befürchtet“, sagt Deschermeier mit Nachdruck.

Folgen für Wirtschaft und Sozialsysteme

Eine schrumpfende Bevölkerung hat weitreichende Konsequenzen:

  • Weniger Wirtschaftswachstum durch sinkende Bevölkerungszahl
  • 20 Millionen Rentner belasten zusätzlich die Rentenkassen
  • Fachkräftemangel verschärft sich weiter
  • Sozialsysteme geraten unter finanziellen Druck

Deschermeier fordert deshalb konkrete politische Maßnahmen: Die Politik müsse mehr qualifizierte Fachkräfte ins Land holen – mit schnelleren Visa und leichterer Anerkennung ausländischer Abschlüsse. Nur so könne der negative Trend abgemildert werden.

Deutschland steht vor einer demografischen Herausforderung, die langfristige Planung und entschlossenes Handeln erfordert. Die aktuellen Zahlen zeigen deutlich: Die Zeit des Bevölkerungswachstums ist vorbei, jetzt beginnt eine neue Phase der demografischen Entwicklung mit allen damit verbundenen Konsequenzen für Wirtschaft und Gesellschaft.

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