Statistik-Update: Geschwister werden in Deutschland näher beieinander geboren
Geschwister: Altersabstand in Deutschland gesunken

Geschwister werden in Deutschland näher beieinander geboren

Die Geburtenabstände zwischen Geschwistern in Deutschland haben sich in den letzten zehn Jahren deutlich verändert. Aktuelle Daten des Statistischen Bundesamts zeigen, dass Kinder heute im Durchschnitt näher beieinander geboren werden als noch vor einem Jahrzehnt.

Durchschnittlicher Altersabstand gesunken

Der Median zwischen der Geburt des ersten und zweiten Kindes derselben Mutter betrug im Jahr 2024 genau 3,1 Jahre. Damit ist der Abstand im Vergleich zu 2014 gesunken, als er noch bei 3,3 Jahren lag. Diese Entwicklung deutet auf eine Veränderung der Familienplanung in Deutschland hin.

Bei weiteren Geschwistern bleibt der Altersabstand etwas größer, hat sich aber kaum verändert. Zwischen dem zweiten und dritten Kind liegt der Median bei 3,8 Jahren, zwischen dem dritten und vierten Kind bei 3,6 Jahren. Diese Werte sind seit 2014 nahezu konstant geblieben.

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Deutliche regionale Unterschiede zwischen Ost und West

Die Statistiken offenbaren markante regionale Unterschiede innerhalb Deutschlands. In Ostdeutschland – ohne Berlin – beträgt der Altersabstand zwischen dem ersten und zweiten Kind 3,8 Jahre. Im Westen des Landes liegt dieser Wert mit 3,0 Jahren deutlich niedriger.

Auch bei weiteren Kindern zeigt sich dieses Muster: Zwischen dem zweiten und dritten Kind beträgt der Abstand in Ostdeutschland 4,4 Jahre, während er im Westen bei 3,7 Jahren liegt. Diese Differenzen sind statistisch signifikant und werfen Fragen nach den zugrundeliegenden Ursachen auf.

Mögliche Gründe für die regionalen Unterschiede

Die Statistiker des Bundesamts sehen einen möglichen Grund für die größeren Abstände in Ostdeutschland im jüngeren Durchschnittsalter der Mütter bei der Geburt ihres ersten Kindes. In Ostdeutschland liegt dieses Alter bei 29,2 Jahren, in Westdeutschland dagegen bei 30,5 Jahren.

Dieser Altersunterschied könnte dazu führen, dass ostdeutsche Mütter mehr Zeit zwischen den Geburten lassen, während westdeutsche Mütter ihre Familienplanung kompakter gestalten. Weitere Faktoren wie unterschiedliche Arbeitsmarktbedingungen, Betreuungsangebote oder kulturelle Prägungen könnten ebenfalls eine Rolle spielen.

Die Daten zeigen insgesamt, dass sich die Familienstrukturen in Deutschland weiterentwickeln. Während der allgemeine Trend zu etwas kürzeren Geburtenabständen geht, bleiben regionale Besonderheiten deutlich erkennbar. Diese Erkenntnisse sind für die Familienpolitik und die Planung von Betreuungsinfrastruktur von großer Bedeutung.

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