Feminismus: Scham allein reicht nicht – Was sich nach den Fällen Pelicot und Fernandes ändern muss
Feminismus: Scham reicht nicht – Was nach Pelicot und Fernandes nötig ist

Feminismus: Es reicht nicht, wenn die Scham die Seite wechselt

Ein Essay von Margarete Stokowski

Die Fälle Pelicot und Fernandes haben mit plötzlicher Klarheit verheerende Missstände in unserer Gesellschaft aufgedeckt. Sie zeigen, dass oberflächliche Reaktionen nicht ausreichen, um tiefgreifende Probleme zu lösen. Was sich ändern muss, damit sich für Frauen wirklich etwas ändert, ist eine Frage, die über individuelle Scham hinausgeht und strukturelle Transformation erfordert.

Die Illusion der Scham als Lösung

Oft wird angenommen, dass öffentliche Empörung oder das Wechseln der Schamseite genügen, um Missstände zu beheben. Doch wie die Demonstrationen nach dem Fall Fernandes in Köln verdeutlichen, sind symbolische Gestalten wie Ausgangssperren oder Alkoholverbote nur Tropfen auf den heißen Stein. Sie adressieren nicht die zugrunde liegenden systemischen Ungerechtigkeiten, die Frauen täglich erfahren.

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Stattdessen müssen wir uns fragen: Warum werden solche Fälle erst dann ernst genommen, wenn sie mediale Aufmerksamkeit erregen? Die Antwort liegt oft in einer Kultur, die Opfer beschämt und Täter schützt. Um dies zu ändern, braucht es mehr als nur kurzfristige Maßnahmen.

Strukturelle Änderungen sind unerlässlich

Damit sich für Frauen wirklich etwas ändert, müssen wir an den Wurzeln ansetzen. Dazu gehören:

  • Bessere rechtliche Rahmenbedingungen: Gesetze müssen konsequenter durchgesetzt und Opfer besser geschützt werden.
  • Bildung und Sensibilisierung: Frühzeitige Aufklärung über Gleichstellung und Respekt kann präventiv wirken.
  • Unterstützung für Betroffene: Zugang zu psychologischer Hilfe und rechtlicher Beratung muss verbessert werden.
  • Mediale Verantwortung: Medien sollten nicht nur skandalisieren, sondern auch langfristige Lösungen diskutieren.

Die Fälle Pelicot und Fernandes dienen als Weckruf. Sie erinnern uns daran, dass Scham allein nicht genügt – es braucht mutige und nachhaltige Veränderungen in Politik, Gesellschaft und Kultur. Nur so können wir eine Welt schaffen, in der Frauen sicher und gleichberechtigt leben können.

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