Tragödie in Eckernförde: 15-jähriger Achmed vor Supermarkt erstochen – Eltern durften nicht zur Beerdigung
15-Jähriger in Eckernförde erstochen – Eltern nicht bei Beerdigung

Tragödie in Eckernförde: 15-jähriger Achmed vor Supermarkt erstochen

In Eckernförde an der schleswig-holsteinischen Ostseeküste trauert eine Familie um ihren 15-jährigen Sohn Achmed B., der am 11. März vor einem Supermarkt in der Straße Sauersgang erstochen wurde. Die Eltern und der große Bruder des Opfers konnten aufgrund ihres Aufenthaltsstatus nicht zur Beerdigung im Irak reisen, was die Tragödie zusätzlich vertieft.

Die letzten Minuten im Leben von Achmed

Arin B. (18), der große Bruder des Opfers, schildert die letzten Minuten seines kleinen Bruders. Die beiden waren am Abend des 11. März unterwegs, als sie einen Streit vor einem Supermarkt bemerkten. „Ich war mit meinem Bruder unterwegs. Dann hörten wir einen Streit zwischen mehreren anderen Leuten. Als einer von denen dann weglief, stellte mein Bruder ihm ein Bein und er stürzte“, berichtet Arin B. Der Gestürzte rappelte sich wieder auf und schubste Achmed weg – ohne dass einer der Brüder bemerkte, dass dabei ein Messer zum Einsatz kam und Achmed tödlich am Herzen getroffen wurde.

Die Brüder trafen zunächst Freunde, um Fußball zu schauen. Im Auto klagte Achmed plötzlich über Schwindel. „Ich habe ihn dann in die Wohnung getragen und bemerkt, dass meine Hände voller Blut waren“, sagt Arin B. Der Moment, den er nie vergessen wird: „Ich habe ihn auf die Couch gelegt und seine Jacke geöffnet. Dann sah ich den Stich am Herzen, mein Bruder wurde bewusstlos.“ Der Rettungsdienst versuchte vergeblich, den 15-Jährigen zu reanimieren. Achmed starb in den Armen seines Bruders.

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Täter stellt sich nach Fahndungsdruck

Der Täter, Amar D. (22) aus Bremen, entkam zunächst. Als jedoch der Fahndungsdruck stieg und eine Belohnung von 5000 Euro für Hinweise ausgesetzt wurde, stellte er sich am 24. März der Polizei und sitzt seitdem in Haft. Die Ermittlungen laufen, und die Familie hofft auf eine strenge Bestrafung. Arin B.: „Ich hoffe, der Täter bekommt lebenslange Haft und kommt nie wieder raus.“

Beerdigung im Irak ohne die engsten Angehörigen

Achmed B. wurde in seiner irakischen Heimat bestattet, doch seine Eltern und sein Bruder konnten nicht an der Beerdigung teilnehmen. Grund ist ihr Aufenthaltsstatus in Deutschland, der eine Reise in den Irak nicht erlaubte. Die Familie war vor vier Jahren vor dem Krieg aus dem Irak geflohen. Arin B. bringt die Tragik auf den Punkt: „Wir sind vor dem Krieg geflüchtet und jetzt verliere ich meinen Bruder in Deutschland und meine Eltern ihren Sohn.“

Die Mutter brach in Tränen aus, als die Familie auf ihrem Handy ein Foto des Sohnes im Grab im Irak zeigte. Die Situation unterstreicht die emotionalen und rechtlichen Hürden, mit denen viele Geflüchtete in Deutschland konfrontiert sind, besonders in Momenten tiefster Trauer.

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