Anschlagsdrohung in ICE: Ermittler prüfen politisches Motiv nach Zwischenfall in Nordrhein-Westfalen
Nach einer schwerwiegenden Anschlagsdrohung in einem ICE in Nordrhein-Westfalen schließen die Ermittlungsbehörden ein politisches Motiv nicht aus. Die Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf hat bestätigt, dass aufgrund der vorgefundenen Beweismittel und der bisherigen Erkenntnisse über die verdächtige Person dieser Aspekt derzeit nicht ausgeschlossen werden kann. Eine Sprecherin der Behörde erklärte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, dass nähere Angaben zu dem Verdächtigen und den konkreten Beweismitteln noch nicht gemacht werden können.
Festnahme am Siegburger Bahnhof nach Zwischenfall im ICE 19
Kräfte der Bundespolizei nahmen am Donnerstagabend am Bahnhof in Siegburg einen 20-jährigen deutschen Staatsangehörigen fest. Der Mann soll im ICE 19, der von Aachen nach Frankfurt unterwegs war, zwei pyrotechnische Gegenstände gezündet haben. Anschließend zog er sich auf die Zugtoilette zurück, wo andere Fahrgäste ihn festsetzten, bis die Einsatzkräfte eintrafen. Der gesamte Zug musste geräumt werden, wobei mindestens zwölf Personen leicht verletzt wurden. Der Verdächtige verblieb zunächst im Polizeigewahrsam.
Ermittlungen der Generalstaatsanwaltschaft und des Staatsschutzes
Die Generalstaatsanwaltschaft in Düsseldorf und der Staatsschutz der Bonner Polizei führen umfangreiche Ermittlungen durch. Diese konzentrieren sich unter anderem auf den Verdacht der gefährlichen Körperverletzung sowie auf Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz und das Waffengesetz. In einer offiziellen Mitteilung der Behörden wurde bestätigt, dass derzeit die Spuren vom Tatort sowie die gezündeten Gegenstände weiterhin untersucht werden. Nach aktuellen Erkenntnissen handelt es sich bei diesen Gegenständen um Sprengvorrichtungen, wobei die Ermittler auf Nachfrage zunächst keine weiteren Details nannten.
Beweismittel und weitere Ermittlungsschritte
Nach Angaben der Bundespolizei hatte der Mann während des Vorfalls explizit mit einem Anschlag gedroht. Bei der anschließenden Durchsuchung des Verdächtigen fanden die Einsatzkräfte zwei Messer, eine Maske sowie zwei frei verkäufliche Rauchkörper. Diese Funde werden nun im Rahmen der laufenden Ermittlungen analysiert, um mögliche Motive und Hintergründe des Vorfalls aufzuklären. Die Untersuchungen konzentrieren sich dabei besonders auf die Frage, ob politische Beweggründe eine Rolle gespielt haben könnten.



