Antisemitisches Symbol an Hauseingang – Polizei ermittelt
In Berlin haben unbekannte Täter an der Klingelanlage eines Mehrfamilienhauses ein rotes Dreieck aufgemalt und das Namensschild eines dort lebenden Journalisten mit roter Farbe beschmiert. Der Vorfall ereignete sich am Morgen des 29. April 2026. Der betroffene Journalist arbeitet für das Jüdische Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus (JFDA), eine Organisation, die sich gegen Rassismus und Judenhass einsetzt und antisemitische Vorfälle dokumentiert. Er erstattete umgehend Anzeige bei der Polizei. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen wegen Sachbeschädigung mit politischem Hintergrund aufgenommen, wie die Behörde mitteilte.
Bedeutung des roten Dreiecks
Das auf der Spitze stehende rote Dreieck gilt als ein Erkennungszeichen der islamistischen Terrororganisation Hamas. Diese verübte am 7. Oktober 2023 ein beispielloses Massaker in Israel und stellt das Existenzrecht des jüdischen Staates infrage. Die Verwendung dieses Symbols an einem Wohnhaus wird als bedrohliche Botschaft interpretiert.
Reaktionen von Organisationen
Das Jüdische Forum und die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) verurteilten den Vorfall als schwerwiegenden Einschüchterungsversuch mit antisemitischem Hintergrund. JFDA-Sprecher Levi Salomon erklärte: „Menschen, die Antisemitismus dokumentieren und öffentlich machen, dürfen nicht selbst zur Zielscheibe werden.“ Der betroffene Mitarbeiter sei bereits in der Vergangenheit im Zusammenhang mit der Beobachtung israelfeindlicher und antisemitischer Demonstrationen bedroht und angegriffen worden.
Renate Gensch, dju-Vorsitzende für Berlin und Brandenburg, betonte: „Angriffe und Drohungen gegen Menschen, die über antisemitische Entwicklungen berichten, sind Angriffe auf die demokratische Öffentlichkeit insgesamt. Journalistinnen und Journalisten müssen ihrer Arbeit ohne Angst nachgehen können.“ Sie wies zudem auf eine weitere negative historische Bedeutung des roten Dreiecks hin: „Die Nationalsozialisten benutzten das rote Dreieck in Konzentrationslagern, um politische Häftlinge wie Mitglieder von Gewerkschaften, Sozialdemokraten und Kommunisten zu kennzeichnen.“
Der genaue Stadtteil, in dem sich der Vorfall ereignete, wurde nicht bekannt gegeben. Die Ermittlungen des Staatsschutzes dauern an.



