Antisemitisches Symbol an Hauseingang: Staatsschutz ermittelt
Antisemitisches Symbol: Staatsschutz ermittelt

In Berlin haben Unbekannte an der Klingelanlage eines Wohnhauses ein rotes Dreieck aufgemalt und das Namensschild eines dort lebenden Journalisten mit roter Farbe beschmiert. Der Mann ist Mitarbeiter des Jüdischen Forums für Demokratie und gegen Antisemitismus (JFDA), das sich gegen Rassismus und Judenhass engagiert und Vorfälle dokumentiert. Er erstattete Anzeige. Der Staatsschutz ermittelt wegen Sachbeschädigung mit politischem Hintergrund.

Rotes Dreieck als Hamas-Symbol

Ein auf der Spitze stehendes rotes Dreieck gilt als Kennzeichen der islamistischen Terrororganisation Hamas. Diese verübte am 7. Oktober 2023 ein Massaker in Israel und stellt das Existenzrecht des jüdischen Staates infrage. Die Zahl antisemitischer Vorfälle in Berlin nahm seitdem deutlich zu.

Reaktionen von Organisationen

Das Jüdische Forum und die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) werteten den Vorfall als schwerwiegenden Einschüchterungsversuch mit antisemitischem Hintergrund. JFDA-Sprecher Levi Salomon erklärte: „Menschen, die Antisemitismus dokumentieren und öffentlich machen, dürfen nicht selbst zur Zielscheibe werden. Der betroffene Mitarbeiter wurde bereits in der Vergangenheit im Zusammenhang mit der Beobachtung israelfeindlicher Demonstrationen bedroht und angegriffen.“

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Renate Gensch, dju-Vorsitzende für Berlin und Brandenburg, betonte: „Angriffe und Drohungen gegen Menschen, die über antisemitische Entwicklungen berichten, sind Angriffe auf die demokratische Öffentlichkeit insgesamt. Journalistinnen und Journalisten müssen ihrer Arbeit ohne Angst nachgehen können.“ Sie wies zudem auf die historische Bedeutung des roten Dreiecks hin: „Die Nationalsozialisten benutzten das rote Dreieck in Konzentrationslagern, um politische Häftlinge wie Gewerkschafter, Sozialdemokraten und Kommunisten zu kennzeichnen.“ Der genaue Stadtteil des Vorfalls wurde nicht bekannt gegeben.

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