Geburt zwei Wochen zu früh: Amerikanerin bringt Baby im Flieger zur Welt
Portland (USA) – Als Baby Brielle Renee das Licht der Welt erblickt, schwebt die Mutter Ashley Blair im siebten Himmel – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Denn bei Blair setzen unerwartet kurz vor der Landung ihres mit 153 Passagieren voll besetzten Delta-Flugs die Wehen ein. Und plötzlich ist eine Person mehr auf der Passagierliste.
Es ist Freitagabend, der 24. April 2026. Flug DL478 ist unterwegs von Atlanta nach Portland. Rund fünf Stunden dauert der Flug mit der Boeing 737-900. Der Jet ist fast im Landeanflug, als etwa 30 Minuten vor der Landung bei Ashley Blair die Wehen einsetzen.
An Bord gibt es kein Geburtsset. Doch Hilfe ist da. Zwei zufällig mitreisende Rettungssanitäterinnen reagieren sofort auf den Notruf der Crew: Tina Fritz und Caarin Powell, die auf dem Heimweg von ihrem Urlaub in der Dominikanischen Republik sind, übernehmen die Geburtshilfe. Dabei müssen die Sanitäterinnen ordentlich improvisieren: „Ich brauchte ein Erste-Hilfe-Set – gab es nicht. Ich brauchte Decken – gab es auch nicht. Also dachte ich mir: ‚Okay, wir müssen uns Decken von den Passagieren besorgen‘“, so Fritz.
Um die Nabelschnur abzuklemmen, nutzten sie einfach kurzerhand den Schnürsenkel eines Flugbegleiters. Ihren eigenen Schnürsenkel verwendete Fritz hingegen, um einen Druckverband für einen Venenzugang zu legen. Nach drei „richtig kräftigen Presswehen“, erzählte Fritz der Agentur AP, war das Baby schnell da. In 3000 Meter Höhe kam dann Miss Brielle Renee zur Welt – zwei Wochen zu früh.
„Sie wog etwa 2,5 kg und war knapp 47 cm groß. Und das süßeste Wesen, das man sich vorstellen kann“, so Fritz. „Es war schön“, fügt sie hinzu. „Das Baby war sofort rosig, sie war wunderschön. Die Mama war ein Star.“ Als das Baby da ist, brandet in der Kabine Applaus auf, die Passagiere jubeln. Viele machen Fotos und feiern gemeinsam die besondere Geburt.
Gegen etwa 22.00 Uhr Ortszeit landet die Maschine in Portland. „Ein Einsatzteam der Flughafenfeuerwehr Portland stellte fest, dass Mutter und Baby wohlauf waren, und die junge Familie wurde zur Beobachtung in ein örtliches Krankenhaus gebracht“, so Molly Prescott, Sprecherin des Hafens von Portland. Auch Delta Air Lines äußert sich: „Wir möchten uns bei der Besatzung und den medizinischen Helfern an Bord für ihre Unterstützung bedanken!“
Hintergrund: Geburten im Flugzeug sind selten
Geburten an Bord von Verkehrsflugzeugen sind äußerst selten. Statistiken zufolge kommt es weltweit nur etwa einmal pro Jahr zu einer Geburt in der Luft. Die meisten Airlines haben keine speziellen Geburtssets an Bord, sodass die Crew auf Kreativität und die Hilfe von medizinischem Fachpersonal unter den Passagieren angewiesen ist.



