Berlin: Erneut Schüsse in Tegel und Kreuzberg - Polizei reagiert auf Bandenkriminalität
In der Nacht sind in Berlin erneut Schüsse gefallen. Nach Polizeiangaben wurde in Tegel ein Mensch verletzt, als auf ein Fahrzeug gefeuert wurde. Weitere Schüsse wurden demnach in Kreuzberg auf ein Geschäft abgefeuert, wobei es laut Polizei keine Verletzten gab. Ein Polizeisprecher nannte zunächst keine weiteren Details zu den Vorfällen.
Häufung von Schießereien in der Hauptstadt
In den vergangenen Tagen häufen sich solche Vorfälle in Berlin wieder deutlich. Bereits am Mittwochabend wurden auf eine Wohnungstür in Berlin-Köpenick mehrere Schüsse abgefeuert. Verletzt wurde bei diesem Vorfall in einem Mehrfamilienhaus laut Polizei niemand.
Am Sonntag wurde zudem auf eine Shishabar in Berlin-Wedding geschossen, wobei ein Mensch durch Glassplitter leicht verletzt wurde. Ebenfalls am Sonntagabend gab es Schüsse auf eine Werkstatt in Neukölln, bei denen niemand verletzt wurde.
Sondereinheit "Ferrum" übernimmt Ermittlungen
Die Ermittlungen in all diesen Fällen hat die Sondereinheit "Ferrum" (deutsch: Eisen) im Landeskriminalamt übernommen. Diese Spezialeinheit wurde nach zahlreichen Schießereien Ende vergangenen Jahres eingerichtet und geht seitdem mit umfangreichen Razzien gegen gewalttätige Banden vor.
Die Maßnahmen zeigen erste Erfolge:
- Innerhalb von drei Monaten wurden 12 scharfe Schusswaffen beschlagnahmt
- 192 Patronen wurden sichergestellt
- Die Kriminalpolizei leitete 223 Ermittlungsverfahren ein
- In 49 Fällen wurden Verdächtige festgestellt
- Richter erließen 9 Haftbefehle
Justizsenatorin warnt vor neuer Bedrohungslage
Berlins Justizsenatorin Felor Badenberg (CDU) sprach zuletzt von einer neuen Bedrohungslage durch Bandenkriege in der Hauptstadt. "Wir sehen inzwischen rivalisierende Banden, die auf Berlins Straßen sichtbar Gewalt einsetzen, sei es durch Handgranatenwürfe auf Lokale, sei es durch Schüsse auf Menschen, Fahrzeuge und auch Gebäude", sagte Badenberg dem RBB-Inforadio.
Die Polizei reagiert auf die zunehmende Gewalt mit verschärften Kontrollen und gezielten Einsätzen an bekannten Treffpunkten von Kriminellen. Die Sondereinheit "Ferrum" konzentriert sich dabei besonders auf Bars, Restaurants und andere Lokalitäten, die als Treffpunkte für kriminelle Banden bekannt sind.



