Die Berliner Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen einen 33 Jahre alten Polizeibeamten erhoben. Dem Neuköllner Streifenpolizisten werden Geheimnisverrat, Bestechlichkeit und Rechtsbeugung vorgeworfen. Zwischen Februar 2020 und Februar 2023 soll er in 17 Fällen polizeiliche Erkenntnisse an Mitglieder der kriminellen Szene weitergegeben haben.
Vorwürfe im Detail
Laut Staatsanwaltschaft verriet der Beamte einem Beschuldigten, dass ein Haftbefehl gegen ihn vorliege. Auch Informationen zu bevorstehenden Einsätzen und Dienstzeiten von Kollegen gab er weiter. In vier Fällen nahm er für den Verrat von Informationen Gegenleistungen an, darunter Getränke, Essen und Kosten für Wasserpfeifen. Zudem soll er ein Darlehen in Höhe von 38.000 Euro als Gegenleistung für interne Informationen erhalten haben.
Weitere Vergehen
In sechs weiteren Fällen leitete der Polizist unter falschen Angaben Ermittlungen ein und veranlasste Durchsuchungen auf Basis angeblich anonymer Hinweise. Dabei waren ihm die Hinweisgeber bekannt. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, damit seine Befugnisse missbraucht zu haben.
Ermittlungen und Durchsuchung
Das Verfahren wurde durch einen Zeugenhinweis im Jahr 2021 ins Rollen gebracht. Nach verdeckten Ermittlungen erfolgte 2023 eine Durchsuchung, bei der Beweismittel beschlagnahmt wurden, insbesondere Telefonchats. Der Polizist wurde unmittelbar nach den Durchsuchungen vom Dienst freigestellt.
Die Staatsanwaltschaft betont, dass die Ermittlungen umfangreich waren und die Beweislage als gesichert gilt. Der Fall zeigt erneut die Herausforderungen bei der Bekämpfung von Korruption innerhalb der Polizei. Die Anklage wurde nun beim zuständigen Gericht eingereicht.



