Böller-Explosion in Neu Krenzlin: Kinder schwer verletzt - Polizei sucht nach Ursprung der Pyrotechnik
Ein tragischer Unfall hat am vergangenen Sonntag den kleinen Ort Neu Krenzlin und die gesamte Region Ludwigslust erschüttert. Zwei Kinder wurden beim Zünden vermutlich illegaler Feuerwerkskörper schwer verletzt, wobei die Polizei nun intensiv nach dem Ursprung der gefährlichen Pyrotechnik sucht.
Schwere Verletzungen bei den Kindern
Die Verletzungen der beiden Kinder sind extrem schwerwiegend. Ein neunjähriger Junge hat durch die Explosion beide Hände verloren und erlitt zusätzlich schwere Verletzungen im Gesicht. Das zehnjährige Mädchen zog sich schwere Brandverletzungen an den Armen und im Gesicht zu, wie Felix Zgonine, Pressesprecher der Polizeiinspektion Ludwigslust, bestätigte.
Die Kinder wurden nach dem Vorfall, der sich zwischen 14 und 15 Uhr ereignete, mit Rettungshubschraubern in umliegende Krankenhäuser gebracht. Aufgrund ihrer schweren Verletzungen sind sie aktuell nicht vernehmungsfähig, was die Ermittlungen der Polizei erheblich erschwert.
Polizei steht vor Rätsel
Die Polizei beschäftigt vor allem die Frage, um welche Art Pyrotechnik es sich gehandelt hat und woher die Kinder diese bekommen konnten. Noch am Sonntag wurden Durchsuchungsmaßnahmen im Haus der Familie des Jungen durchgeführt, die jedoch ergebnislos blieben. Vor Ort wurden keine weiteren Feuerwerkskörper gefunden.
„Das ist für uns im Moment das größte Rätsel“, erklärt Polizeisprecher Zgonine. „Wir versuchen aktuell, die Kleinstteile und Reste der Böller wie ein Puzzle zusammenzusetzen, um mehr über die Herkunft zu erfahren.“
Unfallort am Löschteich-Weiher
Der Unfall geschah an einem Löschteich-Weiher mit Pavillon, etwa 700 Meter entfernt vom Dorfkern von Neu Krenzlin. Die Polizei sicherte vor Ort Spuren und untersucht die Umgebung intensiv, um Hinweise auf die Herkunft der Pyrotechnik zu finden.
Debatte um Böllerverbot in sozialen Netzwerken
In den sozialen Netzwerken beschäftigt die Frage, wie die jungen Kinder an die Böller kommen konnten, viele Nutzer. Zahlreiche Stimmen fordern ein Böllerverbot für Privatpersonen, während andere darauf hinweisen, dass bei schweren Verletzungen eher von F3-Feuerwerk auszugehen ist, das in Deutschland ohne entsprechenden Schein bereits illegal ist.
Ein Nutzer bei Instagram fragt: „Wie also hätte ein Verbot hier geholfen, wenn bereits illegale Pyrotechnik im Spiel war?“ Grundsätzlich ist das Böllern in Deutschland nur vom 31. Dezember 0 Uhr bis 1. Januar 24 Uhr für Erwachsene erlaubt.
Belastende Situation für Ersthelfer und Einsatzkräfte
Die Polizei bedankt sich ausdrücklich bei den Ersthelfern, die die Kinder nach dem Unglück am Weiher vorgefunden hatten. „Sie haben sich aufopferungsvoll um die Kinder gekümmert, bis die Rettungskräfte und die Polizisten eingetroffen sind“, erklärt Zgonine. „Das muss für sie extrem belastend gewesen sein.“
Gleiches gelte für die Einsatzkräfte vor Ort. Die Polizei hat direkt Nachsorge-Gespräche angeboten, die auch angenommen wurden. „So einen Einsatz muss man erst mal verarbeiten können“, so der Pressesprecher.
Die Ermittlungen der Polizei in Ludwigslust dauern an, während die Gemeinde Neu Krenzlin unter dem Schock des tragischen Vorfalls steht.



