Der Schöne Klaus: Vom Zuhälter zum Millionär - Ein Hamburger Kiez-Drama
Der Schöne Klaus: Vom Zuhälter zum Millionär

Der Schöne Klaus: Eine Legende des Hamburger Rotlichtmilieus

In den goldenen Achtzigerjahren war der Hamburger Kiez ein Schauplatz von Glanz, Geld und Gewalt. Mitten in diesem Milieu ragte eine Figur besonders heraus: Klaus Barkowsky, von allen nur der Schöne Klaus genannt. Sein Spitzname war nicht nur schmeichelhaft, sondern auch Programm. Mit dem Aussehen einer Mischung aus Don Johnson und Jon Bon Jovi verführte er nicht nur Frauen, sondern baute sich ein Imperium auf.

Der Aufstieg eines Oberpoussierers

Klaus Barkowsky agierte als sogenannter Oberpoussierer für die berüchtigte Nutella-Bande. Seine Aufgabe war es, neue Prostituierte anzuwerben – eine Fähigkeit, die er meisterhaft beherrschte. Die Warnung auf dem Kiez lautete: Schau ihm nie in die Augen! Denn wer es dennoch tat, riskierte, schockverliebt zu werden. Bis zu 15 Frauen sollen ihm völlig ergeben gewesen sein und alles für ihn getan haben.

Der finanzielle Erfolg war atemberaubend. In Spitzenzeiten verdiente Barkowsky bis zu 10.000 Deutsche Mark pro Tag. Dies ermöglichte ihm einen luxuriösen Lebensstil mit Sportwagen wie Ferrari und teuren Rolex-Uhren – Symbole einer Ära, in der Geld auf der Reeperbahn scheinbar mühelos floss.

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Der Showdown auf der Reeperbahn

Doch das prächtige Leben fand ein jähes Ende. In einer Kneipe auf dem Kiez eskalierte ein Konflikt mit einem österreichischen Zuhälter, der auf Barkowsky schoss. Die Kugeln flogen, und der Schöne Klaus wurde schwer verletzt. Sterben sollte er jedoch nicht an diesem Tag. Sein Tod kam viel später, nachdem er das Rotlichtmilieu hinter sich gelassen hatte.

Ein unerwarteter Neuanfang

Nach dem Attentat stieg Klaus Barkowsky aus dem Zuhältergeschäft aus. Er heiratete eine Millionärin und wandte sich der Kunst zu. Diese Transformation vom gefürchteten Kiezgrößen zum Künstler ist eine der erstaunlichsten Wendungen in der Geschichte des Hamburger Rotlichtmilieus. Sein Leben symbolisiert die Dualität der Achtzigerjahre auf der Reeperbahn: blendender Reichtum und brutale Gewalt, gefolgt von unvorhersehbaren Neuanfängen.

Der Podcast Im Verhör SPEZIAL

Die Geschichte des Schönen Klaus wird in der ersten Folge des SPIEGEL-TV-Podcasts Im Verhör SPEZIAL: Die bösen Jungs vom Kiez erzählt. Reporterin Christina Pohl hat für diese dreiteilige Serie nie veröffentlichte Archivschätze gehoben, darunter Interviews mit Zuhältern, verdeckten Ermittlern, Staatsanwälten, Angehörigen und Frauen aus dem Milieu. Die Serie beleuchtet das System von Macht und Geld, das in den Siebziger- und Achtzigerjahren den Hamburger Kiez beherrschte, und fragt, wer den wahren Preis dafür zahlte.

Weitere Folgen der Serie porträtieren Figuren wie Karate-Tommy, der durch seinen Blick allein gestandene Männer zum Heulen gebracht haben soll, und den Göttlichen Zuhälter, dessen Leben und Tod sich im Boxkeller der Kiezkneipe Zur Ritze abspielten. Gemeinsam erzählen sie eine packende Geschichte über die dunkle Seite der Goldenen Achtzigerjahre auf Deutschlands berühmtester Vergnügungsmeile.

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