Diesel-Diebstahl in Brandenburg eskaliert: Baustellen kämpfen mit massiven Folgen
Diesel-Diebstahl in Brandenburg: Massive Folgen für Baustellen

Diesel-Diebstahl in Brandenburg eskaliert: Baustellen kämpfen mit massiven Folgen

Potsdam - Die steigenden Spritpreise haben in Brandenburg zu einer alarmierenden Zunahme von Diesel-Diebstählen geführt. Hunderte Liter Kraftstoff werden über Nacht aus Tanks abgezapft, was insbesondere auf Baustellen zu erheblichen Problemen führt. Die Polizei bestätigt, dass sich die Situation in einigen Regionen des Bundeslandes deutlich verschärft hat.

Polizei registriert steigende Fallzahlen

„Mit dem Spritpreis steigen die Fälle, dass Diesel illegal abgezapft wird“, erklärt ein Sprecher der Polizeidirektion Süd. In den vergangenen Wochen seien durch die Diebstähle bereits Tausende Euro Schaden entstanden. Besonders betroffen sind Baustellen, auf denen Bagger und andere Arbeitsmaschinen regelmäßig Ziel der Kriminellen werden.

Die Polizei nennt konkrete Beispiele: An der Autobahn 10 bei Königs Wusterhausen, auf einem Betriebshof in Spree-Neiße sowie auf den Parkplätzen Lankensee und Uckleysee kam es zu Diebstählen. In Roggosen drangen Unbekannte auf ein Gelände ein und entwendeten etwa 250 Liter Diesel. Auch von der Polizeidirektion West werden ähnliche Vorfälle gemeldet.

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Baustellen leiden unter schwerwiegenden Folgen

Der Bauindustrieverband Ost beklagt die massiven Auswirkungen der Diesel-Diebstähle. „Der reine Wert des entwendeten Diesels ist oft gar nicht der größte Schaden“, betont Hauptgeschäftsführer Robert Momberg. Deutlich schwerer wiegen die Folgekosten durch aufgebrochene Maschinen, beschädigte Tanks und vor allem Störungen im Bauablauf.

Auf eng getakteten Baustellen können solche Ausfälle schnell zu erheblichen Verzögerungen und damit zu spürbaren Mehrkosten führen, warnt Momberg. Gleichzeitig sei die Aufklärungsquote nach wie vor sehr gering, was die Situation zusätzlich verschärfe.

Schlechte Beleuchtung begünstigt Diebstähle

Die Polizei weist darauf hin, dass schlecht beleuchtete Parkplätze, Baustellen und Betriebshöfe das Risiko für Diesel-Diebstähle erhöhen. „Im Dunklen fühlen sich Diebe sicherer“, erklärt ein Polizeisprecher aus dem Süden Brandenburgs. Die Behörden raten dazu, Lastwagen wenn möglich nicht im Dunklen zu parken.

Bei wiederholten Vorfällen gehen Polizeibeamte mit Baustellenbetreibern ins Gespräch, um Präventionsmaßnahmen zu besprechen. Dazu gehören etwa verbesserte Ausleuchtung oder die Installation von Videoüberwachungssystemen.

Unternehmen ergreifen Gegenmaßnahmen

Die betroffenen Betriebe reagieren bereits mit verschiedenen Vorkehrungen auf die zunehmenden Diebstähle. Häufig erfolgt die Versorgung über mobile Tankservices, die Maschinen zu Wochenbeginn direkt auf der Baustelle betanken. Viele Unternehmen setzen zudem auf Videoüberwachung, um potenzielle Täter abzuschrecken.

Allerdings sind auch diese Maßnahmen mit zusätzlichen Kosten verbunden, die die Unternehmen tragen müssen, gibt der Bauindustrieverband zu bedenken. Mit weiter steigenden Kraftstoffpreisen rechnen die Experten mit einer weiteren Zunahme der Attraktivität solcher Delikte.

Die Polizei in Brandenburg geht derzeit zahlreichen Fällen von Spritdiebstahl nach und appelliert an die Bevölkerung, verdächtige Beobachtungen umgehend zu melden. Konkrete Fallzahlen zu den vergangenen Wochen seit dem Anstieg der Kraftstoffpreise liegen jedoch noch nicht vor.

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