Tragödie beim Ostereier-Suchen: Drei Menschen sterben nach Baumsturz
In einem Wald nahe Flensburg hat sich am Ostersonntag eine schreckliche Tragödie ereignet. Ein zehn Monate altes Mädchen, seine 21-jährige Mutter und eine 16-jährige Jugendliche wurden beim traditionellen Ostereier-Suchen von einem umstürzenden Baum erschlagen. Die drei Opfer stammten aus einer Mutter-Vater-Kind-Einrichtung der Jugendhilfe, in der sie eigentlich ihren Weg ins Leben finden wollten.
Staatsanwaltschaft leitet Todesermittlungsverfahren ein
Oberstaatsanwalt Bernd Winterfeldt bestätigte gegenüber Medienanfragen, dass ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet worden ist. „Stand jetzt kann ich bestätigen, dass ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet worden ist, in dem die genaueren Umstände des tragischen Geschehens untersucht werden“, erklärte der Jurist. Die Ermittlungen konzentrieren sich darauf, ob es sich um ein unglückliches Naturereignis handelt oder ob Verantwortliche Fehler gemacht haben.
Ein Sprecher der zuständigen Polizeileitstelle kündigte bereits an, dass Ermittlungen gegen die Verantwortlichen der Einrichtung wegen Körperverletzung mit Todesfolge oder fahrlässiger Tötung „sicherlich geprüft“ werden. Die Gruppe der Einrichtung „SterniPark“ war trotz schwerer Sturmböen von etwa 90 km/h in den Wald gegangen – eine Entscheidung, die nun im Fokus der Ermittlungen steht.
Viele Fragen bleiben unbeantwortet
Vor Ort wollte sich am Montag niemand zu dem Unglück äußern. Mitarbeiter der Einrichtung schirmten sogar Spaziergänger mit Kinderwagen ab. Auch die Sprecherin von „SterniPark“, Katharina Wolf, hielt sich bedeckt und konnte keine Angaben machen zu:
- Wie viele Kinder und Eltern an der Ostereier-Suche teilnahmen
- Wie viel Personal die Gruppe begleitete
- Warum man trotz der gefährlichen Wetterbedingungen in den Wald ging
Die Sprecherin bat lediglich um Verständnis: „Wir bitten um Verständnis, dass wir uns auf unsere Aufgabe konzentrieren und heute nicht für weitere Stellungnahmen zur Verfügung stehen. Die Erinnerung an die Todesopfer ist allerorten. Alle Kräfte sind auf die Verarbeitung des Erlebten gerichtet.“
Baum sollte eigentlich gefällt werden
Ein besonders tragisches Detail: Die umgestürzte Esche, unter der die drei Menschen starben, hätte eigentlich im kommenden Herbst gefällt werden sollen. Normalerweise wird bei solchen Sturmböen dringend davon abgeraten, sich unter Bäumen aufzuhalten – eine Sicherheitsregel, die in diesem Fall offenbar ignoriert wurde.
Die Ermittlungen von Kripo und Staatsanwaltschaft laufen auf Hochtouren. Sie müssen klären, ob die Verantwortlichen der Einrichtung ihre Aufsichtspflicht verletzt haben und ob die Entscheidung, trotz der Warnungen vor dem Sturm in den Wald zu gehen, als fahrlässig einzustufen ist. Für die Hinterbliebenen und die gesamte Einrichtung bleibt der Verlust der drei Menschen eine unermessliche Tragödie.



