Wendung im Mordfall von Eckernförde: Tatverdächtiger entlastet und frei
Im tragischen Fall des getöteten Teenagers Achmed B. (15) aus Eckernförde in Schleswig-Holstein hat sich eine überraschende Entwicklung ergeben. Der bisherige Tatverdächtige, ein 23-jähriger Deutscher, ist aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Polizei und Staatsanwaltschaft gaben bekannt, dass sich im Zuge der Ermittlungen erhebliche Zweifel am dringenden Tatverdacht gegen den Mann ergeben haben.
Alibi überprüft und für zutreffend befunden
Der 23-Jährige hatte für die Tatzeit ein Alibi angegeben, das nach intensiven Überprüfungen durch die Mordkommission als glaubwürdig eingestuft wurde. „Er hat für die Tatzeit ein Alibi angegeben, das nach Überprüfungen durch die Mordkommission zutreffen dürfte“, erklärte die Behörde in einer offiziellen Mitteilung. Der Mann war fünf Tage nach der gewalttätigen Auseinandersetzung vor einem Rewe-Supermarkt in Eckernförde in Bremen, etwa 250 Kilometer entfernt, festgenommen worden.
Gegen ihn war ursprünglich ein Haftbefehl wegen des Verdachts des Totschlags erlassen worden. Die Ermittler hatten sich zunächst auf mehrere Indizien gestützt, darunter ein auf seinen Namen angemieteter weißer Golf, der nach dem Vorfall auf dem Supermarkt-Parkplatz in der Straße Sauersgang gefahren sein soll. Zudem entsprach sein Erscheinungsbild der von Zeugen abgegebenen Täterbeschreibung.
Neue Ermittlungsergebnisse entlasten den Verdächtigen
Doch die weiteren Ermittlungen brachten neue Erkenntnisse ans Licht. „Nach den weiteren Ermittlungen ist allerdings möglich, dass der Pkw von Dritten unter Verwendung des Namens und Ausweises des 23-Jährigen angemietet worden war“, teilte die Polizei mit. Aufgrund dieser Ergebnisse bestehe gegen den Mann kein dringender Tatverdacht mehr, sodass er bereits am Donnerstag aus der U-Haft entlassen wurde.
Der tragische Vorfall ereignete sich am Abend des 11. März, als auf dem Gelände des Rewe-Supermarktes in Eckernförde mehrere Personen in eine körperliche Auseinandersetzung gerieten. Dabei wurde der 15-jährige Achmed B. lebensgefährlich verletzt. Nach Informationen soll er mit einem Messer getötet worden sein. Zeugen berichteten, dass kurz nach dem Vorfall ein weißer Golf vom Tatort flüchtete.
Polizei fand Jugendlichen drei Kilometer entfernt
Als die Polizei am Tatort eintraf, war die Gruppe bereits verschwunden. Die Beamten entdeckten Blutspuren und fanden den schwer verletzten Jugendlichen etwa drei Kilometer entfernt in der Straße Schiefkoppel. Achmed B. starb wenig später auf dem Weg ins Krankenhaus. Eine sofort eingeleitete Fahndung nach dem weißen Golf und den Tatbeteiligten verlief zunächst erfolglos.
Die Ermittlungen in diesem komplexen Fall dauern an. Die Polizei sucht weiterhin nach den tatsächlichen Tätern und bittet die Bevölkerung um Mithilfe. Die Entlastung des bisherigen Verdächtigen unterstreicht die sorgfältige Arbeit der Ermittler, die alle Spuren und Alibis gewissenhaft prüfen, um Gerechtigkeit für den getöteten Teenager zu erreichen.



