Polizei legt Zahlen vor: Fahrraddiebstähle auf Usedom nehmen deutlich zu
Im Landkreis Vorpommern-Greifswald wurden im vergangenen Jahr insgesamt 16.355 Straftaten registriert. Dies entspricht einem leichten Rückgang von 2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr, als noch 16.729 Delikte erfasst wurden. Die Aufklärungsquote blieb mit 64,4 Prozent stabil, wie Polizeisprecher Ben Tuschy von der Polizeiinspektion Anklam mitteilte. Insgesamt konnten 10.525 Fälle aufgeklärt werden.
Entwicklung bei schweren Straftaten
Bei Straftaten gegen das Leben, zu denen Mord und Totschlag zählen, verzeichnete die Polizei einen deutlichen Rückgang. Waren es 2024 noch 16 Fälle, so wurden 2025 nur sechs entsprechende Taten registriert – ein Minus von 62,5 Prozent. Alle diese Fälle konnten aufgeklärt werden, was besonders positiv hervorzuheben ist.
Im Bereich der Rohheitsdelikte wie Körperverletzung und Raub gab es mit 2.592 Straftaten keine nennenswerte Veränderung. Die Aufklärungsquote lag hier bei 91,5 Prozent und damit auf Vorjahresniveau. Anders sieht es bei Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung aus: Hier stieg die Zahl von 340 auf 389 Fälle, was einem Anstieg von 14,4 Prozent entspricht. Die Aufklärungsquote blieb mit 89,2 Prozent jedoch hoch.
Fahrraddiebstähle als besonderes Problem
Während die Gesamtzahl der Straftaten leicht zurückging, verzeichnete der Landkreis bei Diebstahlsdelikten einen Anstieg um 5,4 Prozent von 4.342 auf 4.578 Fälle. Besonders auffällig ist die Entwicklung bei Fahrraddiebstählen, wo der Landkreis entgegen dem Landestrend einen deutlichen Zuwachs von 22,2 Prozent verzeichnete. Konkret wurden 2025 insgesamt 1.238 Fahrraddiebstähle erfasst, nach 1.013 im Vorjahr.
Ein besonderer Schwerpunkt bleibt dabei die Insel Usedom mit ihrer Grenzlage zur Republik Polen. Der geschätzte Gesamtschaden für entwendete Fahrräder auf Usedom belief sich 2025 auf 1,3 Millionen Euro, davon allein 1,1 Millionen Euro für E‑Bikes. Im Vorjahr lag der Schaden noch bei 1,0 Millionen Euro, wovon rund 983.000 Euro auf E‑Bikes entfielen.
Weitere Entwicklungen im Landkreis
Bei Wohnungseinbrüchen zählte die Polizei 140 Fälle, nach 132 im Vorjahr – ein Plus von 6,1 Prozent. Regional zeigt sich der Anstieg hauptsächlich in Grenzlagen. Positiv ist, dass die Aufklärungsquote hier von 23,5 auf 35 Prozent gestiegen ist.
Im Bereich Betrug registrierte die Polizei 965 Fälle, was gegenüber 871 Fällen im Vorjahr einem Plus von 9,8 Prozent entspricht. Damit liegt der Landkreis entgegen dem landesweiten Trend, der ein Minus von 14,3 Prozent verzeichnet.
Ein positiver Trend ist beim Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte zu verzeichnen: Waren es 2024 noch 123 Fälle von Gewalt gegen Einsatzkräfte, so wurden 2025 nur 108 Fälle registriert – ein Rückgang von 12,2 Prozent.
Täterstruktur und Präventionsarbeit
Insgesamt ermittelte die Polizei 7.881 Täter im Jahr 2025. Davon waren 56,8 Prozent deutsche und 43,2 Prozent nichtdeutsche Tatverdächtige. Wichtig ist jedoch der Hinweis, dass es Straftaten gibt, die ausschließlich von nichtdeutschen Tatverdächtigen begangen werden können, wie etwa Verstöße gegen das Aufenthalts-, Asyl- und Freizügigkeitsgesetz.
Werden diese Delikte abgezogen, verbleiben 14.048 Straftaten. Bezogen darauf lag der Anteil deutscher Tatverdächtiger bei 78,4 Prozent, der nichtdeutscher bei 21,6 Prozent. Dies entspricht in etwa dem landesweiten Verhältnis.
Die Polizei setzt neben der erfolgreichen Ermittlungsarbeit verstärkt auf Präventionsmaßnahmen. Die Polizeiinspektion Anklam bietet Beratungen etwa zum Thema Einbruchsschutz an, wobei die Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle sowohl Firmen als auch Privatpersonen als kompetenter Ansprechpartner zur Verfügung steht.



