Frittierfett als begehrter Rohstoff: 500 Liter in Sinsheim gestohlen
In Sinsheim im Rhein-Neckar-Kreis haben Unbekannte einen ungewöhnlichen Diebstahl verübt: Sie brachen gewaltsam das Grundstückstor eines Schnellrestaurants auf und entwendeten fast 500 Liter altes Frittierfett. Die Täter leerten drei 160-Liter-Tonnen und ließen sie zurück. Der Vorfall ereignete sich zwischen Dienstagabend und Mittwochmorgen. Wie die Diebe das Altfett abtransportierten, ist noch unklar. Der genaue Schaden steht ebenfalls noch nicht fest. Die Polizei sucht nach Zeugen und bittet um Meldungen.
Bundesweite Serie von Fett-Diebstählen
Dieser Fall reiht sich in eine Serie ähnlicher Vorfälle ein. Ende vergangenen Jahres wurden in Giengen an der Brenz 300 Liter altes Fett aus einer Garage gestohlen. In Heidenheim verschwanden gleich mehrere Tonnen. Auch in Sindelfingen, Ludwigsburg und Hockenheim schlugen in den letzten Wochen Fett-Diebe zu. In Siegburg in Nordrhein-Westfalen nahm die Polizei sogar einen Vater und seinen Sohn fest, als sie Frittierfett aus einem Imbiss abtransportieren wollten.
Hintergrund: Altfett als wertvoller Sekundärrohstoff
Der Grund für die Diebstähle ist simpel: Altes Speisefett ist ein gefragter Sekundärrohstoff, aus dem Biodiesel hergestellt wird. Recyclingfirmen bereiten das Fett auf und zahlen dafür gutes Geld. Seit 2022 steigt die Zahl der Diebstähle rapide an. Allein im Jahr 2023 wurden über 7000 Fälle angezeigt. Fast alle Verfahren werden jedoch von den Staatsanwaltschaften eingestellt, da die Taten häufig als vermeintliche Bagatell- oder Gelegenheitsdelikte eingestuft werden.
Die Polizei warnt vor der zunehmenden Professionalität der Täter und rät Betrieben, ihre Fettlager besser zu sichern. Die Nachfrage nach Altfett bleibt hoch, was die Diebstähle weiter antreibt. Experten fordern strengere Kontrollen und höhere Strafen, um die Kriminalität einzudämmen.



