Am Montagnachmittag, dem 20. April, haben drei chinesische Staatsbürgerinnen versucht, eine 66-jährige Münchnerin mit vietnamesischen Wurzeln zu betrügen. Die Frauen gaben vor, ein Reinigungsritual für böse Geister durchführen zu müssen, und forderten die Herausgabe von Bargeld und Wertsachen.
Der Ablauf des Betrugs
Zunächst sprach eine 53-jährige Chinesin die Münchnerin in den Stachuspassagen an und gab vor, nach einem Geschäft für traditionelle chinesische Heilkunst zu suchen. Kurz darauf kamen zwei weitere Frauen, beide 50 Jahre alt, hinzu. Gemeinsam verwickelten sie die 66-Jährige in ein Gespräch mit spirituellem Inhalt, das auf Kantonesisch geführt wurde. Sie überzeugten die Frau, dass ihr bald eine Geisterheimsuchung bevorstehe, und boten ein Ritual zur Befreiung an. Die Betrügerinnen behaupteten, dass die bösen Geister am Geld der Frau haften würden und dass ihre Vermögenswerte dringend gereinigt werden müssten.
Die Observation durch die Polizei
Die Münchnerin glaubte den Geschichten aufgrund ihrer spirituellen Prägung und holte zu Hause Bargeld und Wertsachen in Höhe eines fünfstelligen Eurobetrages ab. Die Übergabe sollte in der Adolf-Kolping-Straße kurz nach 14 Uhr stattfinden. Was die Täterinnen nicht wussten: Die Münchner Polizei observierte die Gruppe bereits, da sie mit einer ähnlichen Masche bereits vor einem Jahr in München betrogen hatten und danach abgereist waren. Die Beamten entschlossen sich am Montag zum Zugriff, noch bevor das angebliche Reinigungsritual durchgeführt werden konnte.
Festnahme und Haftbefehl
Die drei tatverdächtigen Frauen sowie ein 52-jähriger Chinese, der als Aufpasser fungierte, wurden festgenommen. Ein Richter erließ inzwischen Haftbefehl gegen die vier Beschuldigten. Die Polizei ermittelt nun wegen bandenmäßigen Betrugs.



