Hansa Rostocks Kapitän Franz Pfanne hat sich deutlich gegen Hass-Nachrichten von Fans gegen seinen Mitspieler Jonas Dirkner positioniert. Der 23-jährige Dirkner hatte im Spiel bei Alemannia Aachen (1:1) in der zweiten Halbzeit einen Elfmeter verursacht, nachdem er TSV-Verteidiger Petros Bagkalianis im Strafraum umrissen hatte. Diese unglückliche Aktion führte zum Ausgleich und löste eine Welle von beleidigenden Kommentaren in sozialen Medien aus, die sich nicht nur gegen Dirkner selbst, sondern auch gegen seine Familie richteten.
Dirkners Leistung wird überschattet
Dabei war Dirkner zuvor maßgeblich am Führungstreffer von Maximilian Krauß (45.+4) beteiligt gewesen: Er eroberte den Ball, spielte einen präzisen Steckpass und leitete das Tor ein. Vom Antreiber zum Ziel von Hass – diese Entwicklung zeigt die Schattenseiten des Fußballs. Pfanne hatte bereits direkt nach der Partie die Fans gebeten, von Hasskommentaren abzusehen, doch die Nachrichten rissen nicht ab.
Pfannes deutliche Worte bei Hansa TV
Nach dem letzten Spiel gegen Stuttgart II (5:3) fand Pfanne bei Hansa TV klare Worte: „Ich habe mich mit Jonas unterhalten und seine Frau hat Nachrichten bekommen, Jonas hat Nachrichten gekriegt. Ihn hat es vielleicht nicht so gejuckt. Aber seine Frau hat es sehr, sehr mitgenommen und ich finde es bodenlos von den Fans, die es getan haben.“ Besonders die Tatsache, dass auch Dirkners Frau attackiert wurde, macht den Kapitän fassungslos. „Aber dass sie einem jungen Spieler von Hansa und dann noch seiner Frau schreiben, das gehört sich nicht, das ist bodenlos.“
Dirkner ist ein Eigengewächs des Vereins: Von 2009 bis 2017 spielte er in der Hansa-Nachwuchsabteilung und stand früher selbst auf der Fantribüne. Pfanne, der selbst über 30 Jahre alt ist, bietet sich als Ziel an: „Machts bei mir, ich bin über 30 Jahre, mich juckt es nicht, was da geschrieben wird. Aber dass sie einem jungen Spieler von Hansa und dann noch der Frau schreiben, das ist einen Tick zu viel, das wollte ich schon mal loswerden. Seid mir nicht böse, aber das ist wirklich absolutes No-Go.“
Der Vorfall zeigt, wie schnell aus sportlichen Fehlern persönliche Angriffe werden – und wie wichtig es ist, dass erfahrene Spieler wie Pfanne Verantwortung übernehmen und junge Talente schützen.



