KI-getriebenes Love Scamming: Betrug durch täuschend echte Videoanrufe verdoppelt
KI-Love-Scamming: Betrug durch Videoanrufe verdoppelt

Love Scamming 2.0: Wie Künstliche Intelligenz die Betrugsmasche revolutioniert

Love Scamming, die perfide Masche der Liebesbetrüger, hat durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz eine neue, gefährliche Dimension erreicht. Die Fallzahlen haben sich laut aktuellen Berichten verdoppelt. Besonders perfide: Die Täter setzen mittlerweile auf täuschend echte Videoanrufe, bei denen sie mithilfe von KI das Gesicht und die Stimme eines vermeintlichen Arztes oder einer anderen Vertrauensperson imitieren.

Die Opfer werden oft über Dating-Plattformen oder soziale Netzwerke kontaktiert. Die Betrüger bauen über Wochen oder Monate eine intensive Beziehung auf, um dann finanzielle Forderungen zu stellen. Früher waren es meist nur Textnachrichten oder Fotos, heute ermöglicht die Technologie jedoch eine viel authentischere Interaktion.

Die neue Masche: Videoanruf mit KI-generiertem Gesicht

Die Täter nutzen spezielle Software, um in Echtzeit das Gesicht einer anderen Person auf ihr eigenes zu projizieren. So geben sie sich beispielsweise als kanadischer Arzt aus, der angeblich in einer Krisenregion arbeitet und dringend Geld für eine medizinische Notoperation benötigt. Die Opfer sehen ein vertrauenswürdiges Gesicht und hören eine passende Stimme – der Betrug wird so nahezu unkenntlich.

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Die Verbraucherzentrale warnt: „Die Qualität der Deepfakes ist inzwischen so gut, dass selbst geschulte Augen sie kaum noch erkennen können.“ Die emotionale Bindung der Opfer werde skrupellos ausgenutzt. Im Durchschnitt verlieren Betroffene mehrere tausend Euro, in einigen Fällen sogar fünfstellige Summen.

Wie man sich schützen kann

Experten raten zu gesundem Misstrauen. Wer noch nie persönlich mit einer Person telefoniert oder sie gesehen hat, sollte bei Geldforderungen besonders vorsichtig sein. Ein einfacher Trick: Fragen Sie nach einem bestimmten, vorher nicht besprochenen Detail – etwa nach einem Kleidungsstück, das die Person im letzten Videoanruf getragen hat. Ein KI-generiertes Video kann solche Details oft nicht korrekt wiedergeben.

Zudem sollte man niemals Geld an Personen überweisen, die man nicht persönlich kennt. Die Polizei rät, bei Verdacht sofort Anzeige zu erstatten und den Kontakt abzubrechen. Auch die Plattformen, auf denen der Kontakt zustande kam, sollten informiert werden.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache

Die Dunkelziffer ist hoch, da viele Opfer sich schämen und keine Anzeige erstatten. Die offiziellen Fallzahlen haben sich jedoch im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt. Besonders betroffen sind ältere Menschen, die weniger vertraut mit den Gefahren der digitalen Welt sind. Aber auch jüngere, einsame Menschen fallen auf die Masche herein.

Die Täter agieren oft aus dem Ausland, was die Strafverfolgung erschwert. Die Polizei arbeitet mit internationalen Behörden zusammen, um die Netzwerke zu zerschlagen. Doch solange die Nachfrage nach Liebe und Zuneigung im Internet groß ist, werden Betrüger neue Wege finden, diese auszunutzen.

Für Verbraucher gilt: Seien Sie skeptisch, wenn eine Online-Bekanntschaft zu schnell zu intensiv wird oder finanzielle Forderungen stellt. Echte Liebe muss man nicht mit Geld erkaufen. Und selbst der täuschend echte Videoanruf eines kanadischen Arztes kann ein Produkt Künstlicher Intelligenz sein.

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