Im britischen Weymouth sorgte eine ungewöhnliche Rettungsaktion einer Umweltaktivistin für internationale Schlagzeilen. Emma Smart, eine 47-jährige Meeresbiologin, entwendete im April 2025 einen Flusskrebs aus dem Fischrestaurant „Catch at the Old Fish Market“ und warf ihn in das nahegelegene Hafenbecken. Das Gericht verurteilte sie nun wegen Sachbeschädigung zu einer achtmonatigen Bewährungsstrafe und untersagte ihr, sich dem Restaurant zu nähern.
Die Tatnacht
Überwachungskameras zeichneten die kuriose Szene auf: Smart betrat das Restaurant, griff zielstrebig in ein Wasserbecken, entnahm einen Flusskrebs und verließ das Lokal in Richtung Hafen. Mitarbeiter versuchten vergeblich, sie aufzuhalten. Das Tier landete schließlich im Hafenbecken, wo es laut Restaurantbesitzer Sean Cooper vermutlich an einem Temperaturschock starb. Cooper erklärte, das Wasser sei dort viel zu kalt gewesen. Zudem sei der zweite Flusskrebs, der im Restaurant verblieb, kurz darauf vor Einsamkeit gestorben.
Die Motivation der Aktivistin
Smart selbst bezeichnete ihre Tat als „gütige Tat“ und einen „Ausbruch aus dem Krustentiergefängnis“. Sie schrieb auf Facebook, die Anklage sei lächerlich und aus der Luft gegriffen. Es habe sich um eine spontane Geste der Güte gehandelt, einen kleinen Sieg gegen ein System, das die Ozeane und den Planeten ruinieren würde. Die anschließende Verfolgung durch den Restaurantbesitzer nannte sie eine „bizarre Hexenjagd“ und eine „Ego-getriebene Vendetta“. Smart gab zudem an, sich zum Tatzeitpunkt in einer psychischen Krise befunden zu haben, ausgelöst durch monatelanges Mobbing am Arbeitsplatz.
Die Sicht des Restaurantbesitzers
Sean Cooper betonte, dass die beiden Flusskrebse namens Ronnie und Reggie nicht zum Verzehr bestimmt waren, sondern als Haustiere im Restaurant lebten. Sie seien eine Attraktion für Kinder gewesen. Cooper zeigte sich bestürzt über den Tod der Tiere und erstattete Anzeige. Er kritisierte Smarts Aktion als unwissend und auf einem Missverständnis beruhend. Der Fall zeigt, wie gut gemeinte Aktionen ungeahnte Folgen haben können – für alle Beteiligten, insbesondere für die Krebse.



