Kriminalstatistik 2025: Weniger Gewaltverbrechen, aber Sorge um kindliche Tatverdächtige
Kriminalstatistik 2025: Weniger Gewalt, mehr kindliche Täter

Polizeiliche Kriminalstatistik 2025: Gemischte Entwicklungen bei Straftaten

Die am Montag veröffentlichte Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für das Jahr 2025 offenbart eine vielschichtige Entwicklung der Kriminalität in Deutschland. Während die Gesamtzahl der Gewaltverbrechen einen leichten Rückgang verzeichnet, bereitet die anhaltend steigende Zahl tatverdächtiger Kinder den Sicherheitsbehörden ernsthafte Sorgen. Die statistischen Daten zeigen, wie gesetzliche Änderungen und außenpolitische Entwicklungen die Kriminalitätslage beeinflussen.

Rückläufige Gesamtzahlen mit bedeutenden Ausnahmen

Insgesamt registrierte die Polizei im vergangenen Jahr rund 5,5 Millionen Straftaten, was einem Rückgang von 5,6 Prozent gegenüber 2024 entspricht. Unter Ausschluss von Verstößen gegen das Aufenthaltsrecht und andere ausländerrechtliche Vorgaben verringerte sich die Zahl der aktenkundigen Taten um 4,4 Prozent. Dieser Effekt ist teilweise auf die Teillegalisierung des Besitzes und Anbaus von Cannabis im April 2024 zurückzuführen, die zu einem deutlichen Rückgang bei Rauschgiftdelikten führte.

Die Gewaltkriminalität ging bundesweit um 2,3 Prozent zurück, was eine vorübergehende Entspannung in diesem Bereich signalisiert. Allerdings verzeichnete die Polizei bei bestimmten Deliktsgruppen besorgniserregende Zuwächse. So stiegen Fälle von Leistungsbetrug um 11,5 Prozent, während Mord, Totschlag und Tötung auf Verlangen einen Anstieg von 6,5 Prozent erfuhren. Besonders alarmierend ist die Entwicklung bei Sexualstraftaten, wo Vergewaltigung, sexuelle Nötigung und schwere sexuelle Übergriffe um 8,5 Prozent zunahmen.

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Besorgniserregende Entwicklung bei kindlichen Tatverdächtigen

Ein zentraler Punkt der aktuellen Statistik betrifft die steigende Zahl tatverdächtiger Kinder. Obwohl der Anstieg mit 3,3 Prozent weniger stark ausfiel als im Vorjahr (plus 11,3 Prozent), erreichte die Zahl der durch Gewaltkriminalität auffällig gewordenen Kinder mit rund 14.200 Tatverdächtigen einen besorgniserregenden Höchststand. Diese Entwicklung stellt die Jugendhilfe und Strafverfolgungsbehörden vor besondere Herausforderungen.

Das Bundeskriminalamt (BKA) weist darauf hin, dass sich die Zunahme der Fälle von Mord, Totschlag und Tötung auf Verlangen noch innerhalb der regelmäßig zu beobachtenden Schwankungen bewegt. Allerdings sind 79 der in der Statistik aufgeführten Mordfälle einer Berliner Mordserie zuzurechnen, bei der ein ehemaliger Palliativmediziner im Verdacht steht, schwer kranke Menschen getötet zu haben.

Sondereffekte beeinflussen die Statistik

Neben der Cannabis-Gesetzesänderung haben weitere Faktoren die Kriminalstatistik 2025 maßgeblich beeinflusst. Die intensivierten Grenzkontrollen und Veränderungen bei den Fluchtursachen – darunter der Machtwechsel in Syrien – führten zu einem Rückgang unerlaubter Einreisen um mehr als 28 Prozent. Dieser Effekt schlägt sich direkt in der Statistik nieder und trägt zum Gesamtrückgang der Straftaten bei.

Positiv entwickelten sich dagegen die Zahlen bei Raub, räuberischer Erpressung und räuberischen Angriffen auf Kraftfahrer, die um 7,1 Prozent zurückgingen. Bei den Rauschgiftdelikten verzeichnete die Polizei sogar einen Rückgang von 27,7 Prozent, was deutlich auf die Auswirkungen der Cannabis-Teillegalisierung hinweist.

Das BKA geht davon aus, dass der Anteil der zur Anzeige gebrachten Sexualstraftaten gestiegen ist. In etwa drei Viertel dieser Fälle kannten sich Opfer und Täter vor der Tat, was auf besondere Dynamiken in diesem Deliktsbereich hindeutet. Diese Entwicklung unterstreicht die Notwendigkeit gezielter Präventionsmaßnahmen und verbesserter Unterstützungsangebote für Betroffene.

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