True-Crime-Doku rekonstruiert schockierenden Mordfall aus Rietzel: Der Mörder lebte unter den Dorfbewohnern
Mord in Rietzel: True-Crime-Doku rekonstruiert schockierenden Fall

True-Crime-Doku "Mord im Dorf" rekonstruiert schockierenden Mordfall aus Sachsen-Anhalt

Eine neue Folge der True-Crime-Dokumentationsreihe "Mord im Dorf" nimmt sich eines der erschütterndsten Verbrechen aus Sachsen-Anhalt an: den Mord an der 20-jährigen Anja B. aus Rietzel bei Burg. Mehr als zwei Jahrzehnte nach der grausamen Tat wird der Fall nun auf Kabel Eins in allen Details rekonstruiert und beleuchtet die schockierende Tatsache, dass der Mörder mitten unter den Dorfbewohnern lebte.

Der schicksalhafte Abend im Juni 2005

Am 10. Juni 2005 kehrte die junge Anja B. nach einem Abend in einer Disco nach Hause zurück. Die wenigen Meter vom Carport bis zur Haustür sollten sich als tödlich erweisen, denn sie erreichte ihr Zuhause nie. Am nächsten Morgen fand eine Postbotin das Portemonnaie der Vermissten vor dem Haus und gab es in der örtlichen Bäckerei ab.

Als Anjas Eltern davon erfuhren, überkam sie laut der Dokumentation sofort ein beklemmendes Gefühl, und sie alarmierten umgehend die Polizei. Für Anita Lange, die damalige Kripochefin der Polizei Stendal, stand sofort fest, dass nach der jungen Frau intensiv gesucht werden musste.

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Die dramatische Suche und die schreckliche Entdeckung

Eine umfangreiche Suchaktion wurde eingeleitet, an der sich eine DRK-Hundestaffel, ein Polizeihubschrauber, die Bereitschaftspolizei und sogar die gesamte Dorfbevölkerung beteiligten. Die Anspannung in Rietzel wuchs von Tag zu Tag, während niemand ahnte, dass der Mörder sich mitten unter den Suchenden befand.

Nach 16 qualvollen Tagen wurde die Leiche von Anja B. schließlich in einem Angelteich entdeckt. "Auf eine Weise war man froh, dass man sie gefunden hat, aber es war einfach traurig", erinnert sich Silvia Pieper, eine Bäckerin aus Rietzel, in der Dokumentation.

Der entscheidende Ermittlungsdurchbruch

Den Durchbruch in den Ermittlungen brachte schließlich der Vergleich mit einem anderen Fall. Die Kriminalisten stellten Parallelen zu einem Übergriff auf eine 61-jährige Frau aus dem Jahr 2004 fest, bei dem Fesselmaterial auf ähnliche Weise durchtrennt worden war.

Eine DNA-Spur führte die Ermittler direkt zu Sven B., einem Nachbarn des Opfers. Seine Speichelprobe stimmte exakt mit Spuren aus dem früheren Verbrechen überein. Bei einer anschließenden Hausdurchsuchung fanden die Beamte weitere belastende Hinweise.

Das Geständnis und die Verurteilung

"Er soll sich von Anja angezogen gefühlt haben und auch sexuell angeregt", berichtet Bernd Kaufholz, Reporter bei der Volksstimme, der den Fall damals intensiv begleitete. In der polizeilichen Vernehmung gab Sven B. zu, Anja gut gefunden zu haben, behauptete jedoch, sie habe freiwillig Sex mit ihm gehabt und ihn anschließend bedroht. Den Mord stellte er als einen tragischen Unfall dar.

Am 13. Juni 2006 wurde Sven B. am Landgericht Stendal angeklagt. "Es waren viele Leute aus dem Dorf da", erinnert sich Kaufholz. "Der Angeklagte selbst hatte einen recht gefassten Eindruck gemacht." Nur einen Monat später wurde der Täter zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt.

Die aktuelle Entwicklung und die Dokumentation

Im Jahr 2021 stellte der Verurteilte einen Antrag auf vorzeitige Entlassung auf Bewährung, der jedoch abgelehnt wurde. Die neue Folge von "Mord im Dorf", die diesen schockierenden Fall rekonstruiert, wird am 17. April um 20.15 Uhr auf Kabel Eins ausgestrahlt. Vorab ist die Sendung bereits bei Joyn+ verfügbar.

Die Dokumentation zeigt nicht nur die erschütternden Details des Verbrechens, sondern auch, wie ein ganzes Dorf mit dem Trauma umgehen musste, dass der Mörder mitten unter ihnen lebte und an der Suche nach seinem eigenen Opfer teilnahm.

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