Mordprozess in Itzehoe: Eltern schildern tragische Umstände des Verhungerns ihres Babys
Mordprozess: Eltern schildern Verhungern ihres Babys Ashley

Bedrückende Aussagen im Mordprozess: Eltern schildern tragische Umstände des Verhungerns ihres Babys

Die kleine Ashley wurde nur vier Monate alt, bevor ihr Herz aufhörte zu schlagen. Im Landgericht Itzehoe müssen sich ihre Eltern, Vanessa H. (24) und Kim Ole H. (24), wegen Mordes verantworten. Am Dienstag gaben sie erstmals erschütternde Einblicke in die letzten Lebenswochen ihrer Tochter, deren Schilderungen kaum zu ertragen sind.

Staatsanwaltschaft wirft systematische Vernachlässigung vor

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Paar vor, ihr Baby über mehr als einen Monat hinweg nicht ausreichend mit Nahrung und Flüssigkeit versorgt zu haben. „Ich bemerkte, dass Ashley abnimmt. Später hing an ihren Armen und Beinen die Haut locker herunter. Man hat ihre Rippen gesehen“, gestand Mutter Vanessa H. im Gerichtssaal. Die Eltern ließen bereits die wichtigen Kontrolluntersuchungen U3 und U4 ausfallen und legten das Kind nicht in ein Bett, sondern zum Schlafen in eine Autobabyschale.

Verwahrloste Wohnverhältnisse und Abhängigkeiten

Das Wohnhaus der Familie in Brunsbüttel soll sich in einem stark verwahrlosten Zustand befunden haben. Obwohl die Mutter stillte, nahm sie im letzten Lebensmonat von Ashley täglich bis zu 20 Tabletten Ibuprofen (400mg) oder Paracetamol ein. „Ich war abhängig von Schmerzmitteln, habe mich nicht damit beschäftigt, was für Auswirkungen das haben kann“, räumte Vanessa H. ein. Zudem rauchte sie täglich bis zu acht Zigaretten.

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Vater berichtet von Erinnerungslücken

Vater Kim Ole H. behauptet, große Erinnerungslücken bezüglich der letzten Wochen im Leben seiner Tochter zu haben. Er gab zu, generell Probleme im Umgang mit kleinen Kindern zu haben und überließ die Versorgung der Kinder der Mutter. Zum Todestag am 26. September erinnerte er sich, dass die Familie bis 14 Uhr geschlafen habe. Die Mutter sei dann zu Ashley ins Nebenzimmer gegangen und habe geschrien: „Sie atmet nicht mehr!“ Der Vater wählte sofort den Notruf 112 und brachte die drei Jahre alten Zwillingsgeschwister weg, um sie von der Tragödie fernzuhalten.

Jugendamt war dreimal vor Ort

Die Eltern bestätigten, dass das Jugendamt vor Ashleys Tod dreimal bei ihnen zu Besuch war. „Es wurde kurz über die Vorwürfe geredet. Sie haben sich in der Wohnung umgeschaut“, so die Mutter. Das Paar sollte eine Liste mit Hilfsangeboten für alle drei Kinder sowie eine Schweigepflichtsentbindung für den Kinderarzt erhalten, doch nichts geschah. „Genauso unsortiert wie meine Wohnung, war auch mein Kopf“, beschrieb Vanessa H. ihre psychische Verfassung. Zur Ablenkung spielten die Eltern bis zu vier Stunden täglich Computerspiele.

Prozess wird fortgesetzt

Der Mordprozess wird am 13. April fortgesetzt, während die bedrückenden Aussagen der Eltern weiterhin für Entsetzen sorgen. Die tragischen Umstände von Ashleys Tod werfen nicht nur Fragen nach der Verantwortung der Eltern, sondern auch nach dem Versagen der zuständigen Behörden auf.

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