Hettstedt (Sachsen-Anhalt) – Ein Tag vor ihrem 81. Geburtstag entdeckten Angehörige am Samstag den Leichnam einer 80-jährigen Frau in ihrer Parterre-Wohnung in der Gottfried-Herder-Straße. Der Körper wies massive Verletzungen auf, die Zimmer der kleinen Wohnung waren verwüstet. Die Verwandten alarmierten sofort die Polizei.
Obduktion bestätigt Verbrechen
Nach der gerichtlich angeordneten Obduktion im Institut für Rechtsmedizin der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg steht fest: Die Seniorin wurde Opfer eines Verbrechens. Alexander Junghans von der Polizeiinspektion Halle/Saale bestätigte: „Es ergaben sich Hinweise auf eine nichtnatürliche Todesursache. Die Ermittler des zuständigen Fachkommissariats gehen vom Verdacht eines Tötungsdeliktes aus.“
Letztes Lebenszeichen am Mittwoch
Nach Informationen von BILD soll sich die Tat bereits in der vergangenen Woche ereignet haben. Die Wohnung über dem Tatort steht leer und wird seit Mitte April saniert. Am Balkon im ersten Obergeschoss haben Bauarbeiter eine Schuttrutsche befestigt, die direkt am Balkon des Opfers vorbeiführt. Einer der Arbeiter berichtete: „Wir haben am 13. April mit den Arbeiten begonnen. Letzte Woche Dienstag haben wir die Elektrokabel entfernt, da haben wir die Rentnerin aus dem Erdgeschoss noch gesehen. Aber seit Mittwoch gab es kein Lebenszeichen mehr aus der Wohnung.“ Die Monteure gaben diese Information auch an die Polizei weiter.
Täter gelangten über Schuttrutsche auf den Balkon?
Der Tatort wurde von der Kriminalpolizei versiegelt. Die Eingangstür weist keinerlei Beschädigungen auf und wurde nicht auf Fingerabdrücke untersucht. An der Balkontür hingegen sind schwarze Pulverrückstände zu erkennen – hier haben die Ermittler versucht, Fingerabdrücke zu sichern. Die Schuttrutsche führt vom ersten Obergeschoss am Balkon der Tatort-Wohnung vorbei. Möglicherweise bemerkten der oder die Täter die Rutsche und kletterten darüber auf den Balkon.
Um Verdächtige auszuschließen, wurden die Angehörigen der Ermordeten erkennungsdienstlich behandelt. Ihnen wurden Fingerabdrücke abgenommen, um sie mit den Spuren aus der Wohnung zu vergleichen. Behördensprecher Alexander Junghans erklärte: „Spuren wurden gesichert und erste Befragungen im Umfeld durchgeführt. Allerdings befinden sich die kriminalpolizeilichen Maßnahmen in einem frühen Stadium.“ Die Ermittlungen dauern an.



