Polizei erschießt psychisch kranke Messerangreiferin: Ein Leben für ein anderes
Die Aufnahmen einer Polizei-Körperkamera dokumentieren einen tragischen Vorfall in Omaha, Nebraska: Die 31-jährige Noemi Guzman, die an Schizophrenie litt, wurde von Beamten erschossen, nachdem sie ein dreijähriges Kind mit einem gestohlenen Küchenmesser attackierte. Der Vorfall, der sich vergangenen Dienstag in einem Walmart ereignete, wirft schwierige Fragen auf.
Der Ablauf der tragischen Ereignisse
Laut Polizeiberichten hatte Noemi Guzman zunächst in dem Supermarkt ein großes Küchenmesser gestohlen. Anschließend bedrohte sie die Aufsichtsperson eines dreijährigen Jungen, entriss ihr das Kind und entführte den Jungen. Eine herbeigerufene Streife entdeckte die Frau mit dem noch im Einkaufswagen sitzenden Kind auf dem Parkplatz.
Die Bodycam-Aufnahmen zeigen, wie die Polizeibeamten Guzman mehrfach auffordern, das Messer wegzulegen. Doch plötzlich greift die Frau mit den rotgefärbten Haaren das Kind an und verletzt es mit Schnitten im Gesicht und an der Hand. Daraufhin eröffnen die Beamten das Feuer. Noemi Guzman stirbt noch am Tatort.
Was hinter den Aufnahmen verborgen bleibt
Die dramatischen Bilder zeigen jedoch nicht den langen Leidensweg der psychisch schwerstkranken Frau. US-Medien berichten, dass Guzman bereits im März 2024 ihren Vater in dessen Haus mit Benzin übergossen und versucht haben soll, ihn anzuzünden. Kurz darauf sei sie mit einem Messer bewaffnet in ein Pfarrhaus eingebrochen.
Wegen Unzurechnungsfähigkeit entging Guzman einer Haftstrafe, nachdem bei ihr Schizophrenie diagnostiziert wurde. Sie war in Behandlung und erhielt Unterstützung von Staat und Familie. Jährlich am 12. Juni sollte ihr Zustand neu beurteilt werden – dazu kam es nun nicht mehr.
Die Folgen des Vorfalls
Die Rettung des Kindes hatte einen hohen Preis. Zwei Polizeibeamte wurden traumatisiert und sind offiziell beurlaubt. Der kleine Cyler, der als Frühchen zur Welt kam, wird zwei große Narben sein restliches Leben an den Messerangriff erinnern. Sein Vater berichtet, dass das Kind seit der Attacke Angst hat, das Haus zu verlassen.
Auch die Familie von Noemi Guzman trauert. Das Omaha Police Department sprach in einer Pressemitteilung der Familie und den Freunden der Verstorbenen sein aufrichtiges Beileid aus. Der Vorfall zeigt erneut, dass schwere psychische Erkrankungen oft viele Verlierer kennen.
Die Bodycam-Aufnahmen dokumentieren einen Moment, in dem ein Leben genommen werden musste, um ein anderes zu retten – eine schwere Entscheidung, die tiefe Spuren bei allen Beteiligten hinterlässt.



