Prozess nach lebensgefährlichem Übergriff: Passanten retteten Mann in letzter Sekunde
Prozess nach Übergriff: Passanten retteten Mann in letzter Sekunde

Prozess nach lebensgefährlichem Übergriff am Gätenbach beginnt

Elf Monate nach einem brutalen Gewaltverbrechen in Neubrandenburg steht nun der Gerichtsprozess gegen den mutmaßlichen Täter unmittelbar bevor. Die Staatsanwaltschaft Neubrandenburg hat Anklage wegen versuchten Totschlag gegen einen 28-jährigen Mann aus der Region erhoben. Der Prozess vor dem Landgericht Neubrandenburg soll am 24. Februar 2026 seinen Anfang nehmen und ist auf insgesamt fünf Verhandlungstage angesetzt.

Dramatische Rettung in letzter Sekunde

Der Vorfall ereignete sich am Dienstagabend des 25. März 2025 am Gätenbach in Neubrandenburg. Bei niedrigen Temperaturen soll der Angeklagte einen 25-jährigen Kontrahenten in das Gewässer gedrückt und dort unter Wasser gehalten haben. Nach Angaben der Ermittler befand sich das Opfer bereits etwa 40 Sekunden in dieser lebensbedrohlichen Situation, als Zeugen die Szene bemerkten.

Durch lautes Schreien der aufmerksamen Passanten wurde der Angreifer offenbar so erschreckt, dass er von seinem Opfer abließ und gemeinsam mit einer Frau flüchtete. Die herbeieilenden Helfer alarmierten umgehend den Notarzt und leisteten erste Hilfe. Ohne dieses beherzte Eingreifen hätte der Übergriff vermutlich tödlich geendet.

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Polizeiliche Ermittlungen und Festnahme

Ein Streifenwagen kontrollierte nach dem Vorfall die Umgebung und konnte den verdächtigen Mann zusammen mit seiner Begleiterin ausfindig machen. Beide Personen wurden zum Polizeirevier gebracht. Der Beschuldigte stand zum Tatzeitpunkt laut Polizeiangaben unter Drogeneinfluss und wies einen Alkoholwert von 2,15 Promille auf.

Interessanterweise wurde zunächst kein Untersuchungshaftbefehl erlassen, sodass der Mann nach einer Nacht in Gewahrsam wieder auf freien Fuß gesetzt wurde. Erst im Oktober 2025 erfolgte dann doch die Inhaftierung. Die Polizei betont, dass der Beschuldigte wegen früherer Gewaltdelikte bereits einschlägig bekannt sei.

Hintergründe und Prozessausblick

Der 25-jährige Geschädigte wurde nach dem Übergriff in ein Krankenhaus eingeliefert und war ebenfalls alkoholisiert. Das genaue Motiv für die brutale Attacke bleibt bisher unklar. Bis auf die tatverdächtige Frau, die slowakische Staatsangehörige ist, sind alle Beteiligten Deutsche.

Für den bevorstehenden Prozess sind umfangreiche Beweisaufnahmen geplant. Ein Urteil soll nach derzeitiger Planung Anfang April 2026 verkündet werden. Dem Angeklagten droht bei einer Verurteilung eine mehrjährige Freiheitsstrafe. Die Staatsanwaltschaft wird die Schwere der Tat und die lebensrettende Intervention der Zeugen in den Mittelpunkt ihrer Anklage stellen.

Die Verhandlung verspricht, nicht nur die konkreten Umstände des Übergriffs, sondern auch Fragen der öffentlichen Sicherheit und des zivilcouragierten Handelns in Notfällen zu thematisieren.

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