Seit den frühen Morgenstunden läuft in Nordrhein-Westfalen ein Großeinsatz gegen die Rockergruppierung Hells Angels. Über 1200 Polizisten, darunter 100 Beamte schwer bewaffneter Spezialeinsatzkommandos, Spürhunde und Panzerwagen, sind im Einsatz. Es handelt sich um eine der größten Razzien zur Bekämpfung der Rockerkriminalität in der Geschichte des Bundeslandes.
Durchsuchungen in zahlreichen Städten
Die Polizei durchsucht mehr als 50 Gebäude in Leverkusen, Köln, Langenfeld, Monheim am Rhein, Solingen, Dortmund, Oberhausen, Ahaus, Velbert, Duisburg, Bergheim, Gummersbach, Kempen, Herne, Voerde, Bielefeld, Bochum, Dinslaken, Lünen und Marienheide. Ziel sind Clubheime, Wohnungen und Geschäftsräume von Vereinsmitgliedern und Unterstützern der Rocker. In Hilden wurde das Vereinsheim der Hells Angels gestürmt. Schwer bewaffnete Einsatzkräfte sprengten Türen auf und drangen in die Gebäude ein.
Vereinsverbot und Ermittlungen
Im Zuge der Razzia verbot das Innenministerium den Verein „Hells Angels Motorcycle Club Leverkusen“ und löste ihn auf. Grundlage ist ein umfangreiches Ermittlungsverfahren des Polizeipräsidiums Düsseldorf unter Leitung der Zentral- und Ansprechstelle für die Verfolgung Organisierter Straftaten in Nordrhein-Westfalen (ZeOS NRW). Es besteht der Verdacht der Bildung und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung.
Hintergrund: Mordanschläge und Mitgliederzuwachs
Im Raum Köln hatte es zuletzt mehrfach Mordanschläge im Rocker-Milieu gegeben. Zudem verdoppelte sich im vergangenen Jahr die Zahl der bekannten Hells Angels in NRW auf 317 Mitglieder. Dieser Anstieg ist vor allem auf das Überlaufen von Bandidos-Rockern zu den Hells Angels zurückzuführen.
Die Polizei setzt bei dem Großeinsatz auch Panzerwagen und Spürhunde ein. Die Durchsuchungen dauern an. Weitere Details zu den Ergebnissen der Razzia werden im Laufe des Tages erwartet.



