In Südbrandenburg sind innerhalb weniger Wochen etwa 150 Rinder von Weiden gestohlen worden. Die Landwirte sind schockiert und gehen von einer Serie professionell agierender Viehdiebe aus. Die Täter dürften mit großen Viehtransportern gekommen sein und über Fachkenntnisse im Umgang mit Rindern verfügen. Zu den gestohlenen Tieren zählen wertvolle Zuchtrinder.
Landesregierung reagiert
Die Brandenburger Landesregierung schaltet sich ein. Agrarministerin Hanka Mittelstädt (SPD) bezeichnete die Diebstähle als „schweren Schlag für die Tierhaltung in Brandenburg“. Gemeinsam mit Innenminister Jan Redmann (CDU) will sie am Freitag eine betroffene Agrargenossenschaft in Herzberg im Elbe-Elster-Kreis besuchen. Die Polizei prüft Zusammenhänge zwischen den Fällen und wertet Spuren wie Reifenabdrücke aus. Zudem gibt es einen Austausch mit der polnischen Polizei.
Ermittlungen und Schäden
Erst am Dienstag wurden im Dorf Grano im Spree-Neiße-Kreis 31 Rinder gestohlen. Der betroffene Landwirt sprach von einem „absoluten Schock“, da es sich um hochwertige Zuchttiere handelte. Der wirtschaftliche Schaden liegt laut Polizei im sechsstelligen Eurobereich. Bereits zuvor waren in Raddusch (Oberspreewald-Lausitz) 48 Rinder im Wert von 75.000 Euro und im April im Elbe-Elster-Kreis 70 Rinder (Schaden 50.000 Euro) verschwunden.
Verdacht auf illegale Schlachtung im Ausland
Landesbauernpräsident Henrik Wendorff vermutet, dass die Tiere illegal im Ausland geschlachtet werden. „Eine legale Verwertung in Deutschland ist nahezu unmöglich, da jedes Rind eine Ohrmarke trägt und registriert ist“, erklärte er. Daher liege der Verdacht nahe, dass die Tiere außerhalb der EU gebracht werden. Für den Diebstahl seien spezialisierte Lkw nötig, und die Täter gingen professionell vor.
Appell an Landwirte und Anwohner
Der Bauernverband fordert die Betriebe auf, Kontrollgänge zu verstärken und technische Überwachung zu prüfen. Anwohner sollten verdächtige Beobachtungen wie unbekannte Transportfahrzeuge oder unruhiges Verhalten der Rinder melden. Wichtig seien Angaben zu Fahrzeugtyp, Kennzeichen, Zeitpunkt und Personen. Die Polizei hofft auf Mithilfe aus der Bevölkerung, um die Serie zu stoppen.



