Warum immer mehr Rentner in Rostock zu Straftätern werden
Rostock: Mehr ältere Straftäter durch demografischen Wandel

Die Kriminalität in Rostock verändert ihr Gesicht: Immer mehr ältere Menschen werden als Tatverdächtige geführt. Laut der aktuellen Polizeilichen Kriminalitätsstatistik stieg die Zahl der über 60-jährigen Beschuldigten im vergangenen Jahr deutlich an. Auch bei Kindern gab es einen Zuwachs, während die Zahlen in anderen Altersgruppen sanken.

Rückgang der Gesamtkriminalität

Insgesamt wurden im Jahr 2025 in Rostock 17.080 Straftaten registriert – ein leichter Rückgang im Vergleich zum Vorjahr. Von den 6.193 ermittelten Tatverdächtigen war ein Viertel weiblich, drei Viertel männlich. Besonders auffällig ist die Entwicklung bei den Senioren: 516 Personen ab 60 Jahren tauchten in der Statistik auf, ein Plus von 4,5 Prozent (22 Fälle). Bei den Kindern unter 14 Jahren stieg die Zahl um 7,4 Prozent auf 361 Tatverdächtige.

Jugendliche und Erwachsene seltener betroffen

Andere Altersgruppen verzeichneten dagegen Rückgänge. So gab es 555 tatverdächtige Jugendliche (14 bis 18 Jahre), 1.115 Heranwachsende (18 bis 25 Jahre) und 3.701 Erwachsene (25 bis 60 Jahre). In allen diesen Kategorien sanken die Fallzahlen im Vergleich zum Vorjahr.

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Demografischer Wandel als Hauptgrund

Achim Segebarth, Leiter der Kriminalinspektion Rostock, erklärt den Anstieg bei den Älteren mit dem demografischen Wandel. „Die Leute werden älter, und es sind auch mehr, die älter werden. Beide Effekte kommen nun zusammen“, so Segebarth. Schon in den Vorjahren sei ein kontinuierlicher Anstieg zu beobachten gewesen.

Die Bevölkerungsstatistik untermauert diese These: Ende 1992 waren rund 9,88 Prozent der Rostocker 65 Jahre oder älter – fast jeder Zehnte. Ende 2025 lag dieser Anteil bereits bei 25,27 Prozent – jeder Vierte. Bei den Kindern und Jugendlichen unter 15 Jahren ist der Trend gegenläufig: 1992 war gut jeder Fünfte in dieser Altersgruppe, heute ist es nur noch jeder Neunte (11,37 Prozent).

Anteil der älteren Tatverdächtigen unter Bevölkerungsanteil

Obwohl die Zahl älterer Tatverdächtiger steigt, liegt ihr Anteil an allen Tatverdächtigen mit 8,3 Prozent immer noch deutlich unter ihrem Bevölkerungsanteil von rund 25 Prozent. Im Vorjahr betrug der Anteil der über 60-Jährigen an den Tatverdächtigen 7,1 Prozent. Der Anstieg ist also moderat, aber statistisch signifikant.

Die Entwicklung zeigt, dass die Polizei sich auf eine alternde Tätergruppe einstellen muss. Gleichzeitig bleibt die überwältigende Mehrheit der Senioren in Rostock gesetzestreu. Die Kriminalitätsrate in dieser Altersgruppe ist im Verhältnis zur Bevölkerungszahl weiterhin niedrig.

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