Sachsen-Anhalts Polizei präsentiert ermutigende Kriminalstatistik für 2025
Die Polizei in Sachsen-Anhalt kann für das vergangene Jahr eine positive Bilanz vorlegen. Nach der aktuellen Polizeilichen Kriminalstatistik wurden im Jahr 2025 deutlich weniger Straftaten registriert als im Vorjahr, während gleichzeitig die Aufklärungsquote auf den höchsten Stand seit über einem Jahrzehnt gestiegen ist. Insgesamt erfassten die Behörden 172.776 Taten – das bedeutet einen Rückgang um 11.407 Fälle gegenüber 2024.
Historisch hohe Aufklärungsquote und rückläufige Tatverdächtigenzahlen
Besonders bemerkenswert ist die gestiegene Aufklärungsleistung der Polizei. Mit einer Quote von 57,4 Prozent erreichte sie den höchsten Wert seit dem Jahr 2012. Konkret konnten 99.167 Fälle erfolgreich aufgeklärt werden. Parallel dazu sank die Zahl der Tatverdächtigen um 5,9 Prozent auf 63.873 Personen. Der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger verringerte sich von 29,6 auf 26,2 Prozent. Zu den häufigsten Herkunftsländern zählten Syrien, Rumänien, die Ukraine, Polen und Afghanistan.
Diebstähle gehen zurück, digitale Bedrohungen nehmen zu
Knapp ein Drittel aller registrierten Straftaten entfielen auf Diebstahlsdelikte (56.649 Fälle), was einem Rückgang um drei Prozent entspricht. Deutlich rückläufig waren insbesondere Fahrraddiebstähle (minus 10,2 Prozent), Diebstähle an oder aus Kraftfahrzeugen (minus 12,4 Prozent) sowie Diebstähle aus Boden- oder Kellerräumen (minus 16,1 Prozent). „Diebstahlsdelikte bildeten auch im vergangenen Jahr knapp ein Drittel der polizeilich registrierten Straftaten“, betonte Innenministerin Tamara Zieschang (CDU). „Schon einfache Vorsichtsmaßnahmen können helfen, es Dieben schwerer zu machen.“ Die Landespolizei bietet dazu regelmäßig Präventionsberatungen an.
Während klassische Gewaltdelikte wie Körperverletzungen (20.426 Fälle) stabil blieben und Raubdelikte zurückgingen, verzeichnete die Polizei eine Zunahme von Bedrohungen, die zunehmend im Internet stattfinden. Im Bereich der häuslichen Gewalt stiegen die Fallzahlen um 5,1 Prozent auf 8.819 Taten mit 9.185 registrierten Opfern.
Sexualdelikte im Netz steigen deutlich an
Besorgniserregend ist die Entwicklung bei Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung. Hier verzeichnete die Statistik einen Anstieg um 14,1 Prozent auf insgesamt 3.803 Fälle. Den größten Anteil machten Delikte im Zusammenhang mit der Verbreitung pornografischer Schriften aus. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, organisierte die Landespolizei eine digitale Präventionswoche zur Sensibilisierung von Kindern, Jugendlichen, Eltern, Großeltern und Lehrkräften für einen verantwortungsvollen Umgang mit Bild- und Videodateien.
Erfreulicherweise gingen die Zahlen beim sexuellen Missbrauch von Kindern von 511 auf 441 Fälle zurück. Auch Vergewaltigungen sanken minimal von 361 auf 352 Taten. Allerdings stiegen sexuelle Belästigungen von 576 auf 607 Fälle.
Enkeltricks und Rauschgiftkriminalität rückläufig
Bei betrügerischen Telefonanrufen, sogenannten Enkeltricks oder Schockanrufen, konnte ein deutlicher Rückgang von 463 auf 156 Fälle verzeichnet werden. Allerdings stieg der verursachte Vermögensschaden trotz weniger erfolgreicher Taten von etwa 950.000 Euro auf 1,52 Millionen Euro erheblich an.
Die Fallzahlen bei der Rauschgiftkriminalität sanken von 5.887 auf 4.544 Fälle, was unter anderem auf die Teillegalisierung von Cannabis zurückzuführen ist. Dennoch wurden mit 687,4 Kilogramm die höchsten Cannabismengen seit 1992 sichergestellt. „Die Rekordmengen bei Cannabis verdeutlichen, dass die Teillegalisierung den Schwarzmarkt nicht geschwächt, sondern ihm erheblichen Auftrieb gegeben hat“, erklärte Landespolizeidirektor Mario Schwan. Auch bei Amphetaminen und Kokain wurden deutliche Anstiege bei den gesicherten Mengen registriert.
Jugendkriminalität und Messergewalt gehen zurück
Im Bereich der Jugendkriminalität sanken die Fallzahlen von 16.333 auf 15.825 Fälle. Auch bei Gewaltdelikten durch Jugendliche wurden weniger Fälle registriert. Die Zahl der Taten, bei denen ein Angriff mit einem Messer angedroht oder ausgeführt wurde, ging von 936 auf 876 Fälle zurück. Allerdings stieg in diesem Deliktbereich der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger von 34,4 auf 39,9 Prozent.
Insgesamt zeigt die Statistik für Sachsen-Anhalt eine gemischte Entwicklung: Während traditionelle Kriminalitätsbereiche wie Diebstahl und physische Gewalt rückläufig sind, stellen digitale Delikte und bestimmte Formen der Sexualkriminalität die Polizei vor neue Herausforderungen.



