Steuerbetrug mit Unfallautos: Europäische Staatsanwaltschaft klagt Berliner Autohändler an
Steuerbetrug mit Unfallautos: Anklage gegen Berliner Händler

Steuerbetrug mit Unfallautos: Europäische Staatsanwaltschaft klagt Berliner Autohändler an

Die Europäische Staatsanwaltschaft hat in Berlin drei Autohändler wegen schweren Steuerbetrugs angeklagt. Die Angeklagten sollen als Mitglieder einer kriminellen Bande Unfallfahrzeuge aus den Vereinigten Staaten importiert, nach Schönheitsreparaturen aufbereitet und anschließend weiterverkauft haben. Die Männer müssen sich nun vor dem Landgericht Berlin verantworten, wie die Behörde mitteilte.

Millionenschaden durch hinterzogene Steuern

Den drei Beschuldigten wird vorgeworfen, systematisch Zölle und die Mehrwertsteuer hinterzogen zu haben. Nach aktuellen Schätzungen der Ermittler entstand dadurch ein finanzieller Schaden von rund 15 Millionen Euro. Einer der Angeklagten befindet sich bereits in Untersuchungshaft, während die anderen beiden auf freiem Fuß sind. Der genaue Termin für den Prozessbeginn vor dem Berliner Landgericht steht noch nicht fest.

Ermittlungen unter dem Codenamen „Nimmersatt“

Die Anklage markiert einen ersten Höhepunkt der umfangreichen Ermittlungen, die unter dem Codenamen „Nimmersatt“ geführt werden. Die Europäische Staatsanwaltschaft, die auch eine Niederlassung in Berlin unterhält, hatte vor einem Jahr ein weitverzweigtes kriminelles Netzwerk aufgedeckt. Dieses Netzwerk spezialisierte sich auf den Schmuggel stark beschädigter Fahrzeuge aus den USA in die Europäische Union, wo sie nach minimalen Reparaturen als vermeintlich intakte Gebrauchtwagen verkauft wurden.

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Großrazzia in zehn Ländern

Im April 2025 führten etwa 1.000 Polizei-, Steuer- und Zollbeamte eine groß angelegte Razzia in zehn europäischen Ländern durch. Dabei wurden rund 200 Objekte durchsucht, darunter Standorte in Deutschland, Litauen und Spanien. Bei dieser Aktion konnten zehn Verdächtige festgenommen werden, einschließlich des mutmaßlichen Bandenführers aus Litauen. Im Februar 2026 folgten weitere Festnahmen, die die Ermittlungen vertieften.

Gefahr für die Verkehrssicherheit

Aus Sicht der Europäischen Staatsanwaltschaft stellt das Handeln der kriminellen Bande nicht nur eine erhebliche finanzielle Bedrohung dar, sondern auch ein ernsthaftes Risiko für die Verkehrssicherheit in Europa. Die nach oberflächlichen Reparaturen wieder in den Verkehr gebrachten Unfallfahrzeuge könnten technische Mängel aufweisen, die die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer gefährden. Die Behörde betont, dass mit der Anklage ein wichtiger Schritt zur Zerschlagung dieses Netzwerks getan wurde.

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