Tiger-Ausbruch: Tierschützer fordern Ende privater Wildtierhaltung
Tiger-Ausbruch: Tierschützer fordern Ende privater Haltung

Nach dem Ausbruch eines Tigers in der Nähe von Leipzig fordern Tierschützer ein Verbot privater Wildtierhaltungen. Der Fall zeige erneut, dass die Haltung von Wildtieren bei Privatpersonen weder tierschutzgerecht noch sicher sei, erklärte Paulina Kuhn, Fachreferentin für Wildtiere beim Deutschen Tierschutzbund. Die Staatsanwaltschaft Leipzig hat inzwischen Ermittlungen wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung durch Unterlassen aufgenommen.

Hintergrund des Vorfalls

Die Polizei hatte am Sonntag in der Ortschaft Dölzig einen Tiger erschossen, der zuvor aus dem Gehege einer ehemaligen Zirkus-Artistin entkommen war. Bei dem Ausbruch war ein 72 Jahre alter Mann schwer verletzt worden. Der Tiger, ein neun Jahre altes Männchen mit einem Gewicht von rund 280 Kilogramm, gehörte der Dompteurin Carmen Zander. Sie beschrieb das Tier als „Angsthase“: „Wenn er etwas nicht einschätzen kann, ist er schnell überfordert und wird unsicher. Ein Angriff kann von daher schneller und unerwarteter ausgelöst werden.“

Forderungen der Tierschutzorganisationen

„Um solche Vorfälle künftig zu verhindern, braucht es endlich ein grundsätzliches Verbot der Haltung gefährlicher Wildtiere sowohl im Zirkus als auch in Privathand. Zudem muss eine bundesweite Positivliste eingeführt werden, die klar regelt, welche Tierarten überhaupt privat gehalten werden dürfen“, erklärte Kuhn. Auch die Tierrechtsorganisation Peta forderte strengere Regeln. Im Prinzip müsse die Bundesregierung jetzt handeln. Wegen der Tigerhaltung in Dölzig habe Peta das zuständige Veterinäramt in Nordsachsen seit 2019 wiederholt auf aus Sicht der Organisation mangelhafte Haltungsbedingungen hingewiesen.

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Ermittlungen der Staatsanwaltschaft

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft richten sich gegen eine 52-jährige Frau, wie Behördensprecherin Vanessa Fink mitteilte. Sie stünden noch ganz am Anfang. Am Sonntag sei das Gelände in Dölzig bis in die Nacht hinein durchsucht worden. „Gegenstand der Ermittlungen wird unter anderem die Frage nach dem konkreten Ablauf des Geschehens sein sowie die Frage nach der Rolle des Geschädigten. Zu klären ist ebenfalls, ob gegen etwaige Sicherheitsvorschriften verstoßen wurde“, teilte Fink mit. Laut Polizei hatte sich der Mann „berechtigt“ in dem Tigergehege aufgehalten.

Offene Fragen zur Zukunft der Tiger

Was mit dem erschossenen Tiger geschehen werde, sei noch nicht endgültig geklärt, sagte Fink. „Hierzu befinden sich die Beteiligten momentan in der Abstimmung.“ Offen ist auch, wie es mit den lebenden Tigern weitergeht. Die Staatsanwaltschaft verweist auf die zuständigen Behörden. Im Landratsamt in Nordsachsen lief dazu am Montagvormittag eine Besprechung, wie ein Sprecher sagte. Die Diskussion um ein Verbot privater Wildtierhaltung dürfte durch diesen Vorfall weiter an Fahrt gewinnen.

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