Vermisster Rucksacktourist nach vier Jahren für tot erklärt
Mehr als vier Jahre nach dem Verschwinden eines jungen Backpackers aus Niedersachsen auf den Kanarischen Inseln haben die spanischen Behörden nun seinen Tod bestätigt. Der damals 23 Jahre alte Mann war seit dem Sommer 2022 vermisst, nachdem er zu einem Wanderurlaub auf Gran Canaria gereist war.
Leichenfund in abgelegener Schlucht
Wie der Anwalt der Familie gegenüber der Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg mitteilte, wurde die Leiche des Vermissten in einer schwer zugänglichen Schlucht auf der Nachbarinsel Teneriffa entdeckt. Ein Jäger hatte den Leichnam bereits am 5. Februar 2025 gefunden, doch die eindeutige Identifizierung erfolgte erst nach aufwendigen DNA-Untersuchungen.
Die Familie des Vermissten hatte die quälende Ungewissheit über Jahre ertragen müssen. In einem Instagram-Post, auf den sich zunächst die Lokalzeitung „Die Harke“ bezog, äußerten die Angehörigen: „Nun haben wir Gewissheit und können beginnen, Abschied zu nehmen.“ Die Familie dankte allen, die bei der Suche geholfen oder in der schweren Zeit beigestanden hatten, und bat um Respekt ihrer Privatsphäre.
Forensische Untersuchungen klären Todesumstände
Gerichtsmedizinische Untersuchungen ergaben, dass der junge Mann wahrscheinlich kurz nach dem letzten Kontakt mit seiner Familie in dem unwegsamen Gelände gestürzt und an seinen Verletzungen verstorben war. Das festgestellte Verletzungsbild sei mit einem Sturz vereinbar, und die spanischen Behörden schließen Fremdverschulden aus.
Interessanterweise wies der Leichnam Brandspuren auf, was sich durch schwere Waldbrände in der Region im August 2023 erklären lässt. Dies deutet darauf hin, dass der Tote bereits zu diesem Zeitpunkt in der Schlucht gelegen haben muss.
Lange Suche mit medialer Aufmerksamkeit
Der Fall hatte bereits kurz nach dem Verschwinden im August 2022 nationale Aufmerksamkeit erregt. Die ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY ... ungelöst“ hatte den Vermisstenfall im September desselben Jahres thematisiert, um Hinweise aus der Bevölkerung zu erhalten. Telefondatenauswertungen hatten ergeben, dass sich der junge Mann zuletzt an der Ostküste Teneriffas aufgehalten hatte.
Die nun erfolgte amtliche Todeserklärung beendet eine mehrjährige Odyssee für die Hinterbliebenen, die nun endlich Gewissheit haben und den traurigen Abschiedsprozess beginnen können.



