Polizei befragt Bürger zum Sicherheitsgefühl auf Schweriner Marienplatz
Umfrage: Wie sicher fühlen sich Bürger auf dem Marienplatz?

Polizei startet Bürgerbefragung zum Sicherheitsgefühl auf dem Marienplatz

Die Polizei in Schwerin hat eine umfassende Befragung der Bevölkerung zum Sicherheitsempfinden auf dem Marienplatz gestartet. Bis zum 18. Mai können Bürgerinnen und Bürger anonym mitteilen, wie sicher sie sich auf dem zentralen Platz in der Landeshauptstadt fühlen. Die Umfrage findet überwiegend online statt und soll ein aktuelles Stimmungsbild liefern.

Ältere Bürger meiden den Platz bei Dunkelheit

Doris Grabbert, eine 71-jährige Schwerinerin, unterstützt die Umfrage aktiv. „Bei Dunkelheit gehe ich nicht über den Marienplatz“, erklärt sie gegenüber dem Polizeibeamten Florian Schöllermann. „Mir hat schon mal jemand in die Tasche gegriffen. Deshalb halte ich immer Abstand“, berichtet die Seniorin. Sie wünscht sich mehr Kontrollen und eine stärkere Polizeipräsenz, auch wenn die bestehende Videoüberwachung bereits zur Sicherheit beitrage.

Masterarbeit untersucht Kriminalitätsschwerpunkt

Florian Schöllermann, Polizeibeamter und Student an der Deutschen Hochschule der Polizei in Münster, führt die Befragung im Rahmen seiner Masterarbeit durch. Er möchte vom gehobenen in den höheren Dienst wechseln und hat einen detaillierten Fragebogen entwickelt. „Ich will herausfinden, wie sicher sich die Menschen auf dem Marienplatz fühlen“, erläutert Schöllermann. Der Marienplatz gilt als Kriminalitätsschwerpunkt in Schwerin.

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Erste Erkenntnisse zeigen bereits deutliche Tendenzen: Die meisten älteren Bürger fühlen sich grundsätzlich sicher, meiden den Platz jedoch in den Abend- und Nachtstunden. Ein Teil der Befragten mittleren Alters berichtet von eigenen Kriminalitätserfahrungen auf dem Marienplatz.

Vergleich mit Studie aus dem Jahr 2020

Juliane Zgonine, Sprecherin der Schweriner Polizeiinspektion, weist auf eine vergleichbare Untersuchung aus dem Jahr 2020 hin. Damals hatten 88,9 Prozent aller Befragten sich am Tag sehr oder eher sicher gefühlt. Zur Nachtzeit sank dieser Wert auf nur noch 35,7 Prozent. Die aktuelle Umfrage soll mögliche Handlungsbedarfe aufzeigen und aktuelle Entwicklungen erfassen.

Kriminalitätsstatistik und polizeiliche Maßnahmen

Der Marienplatz verzeichnete im vergangenen Jahr rund 600 Straftaten, 2024 waren es sogar etwa 900 Delikte. Dabei handelte es sich insbesondere um Diebstahlsdelikte. Seit der tödlichen Messerattacke am Seiteneingang des Schlosspark-Centers im Februar 2025 hat die Polizei ihre Präsenz deutlich verstärkt.

  • Vorübergehend wurde eine mobile Wache eingerichtet
  • Voraussichtlich im Sommer soll eine feste Polizeistation eröffnet werden
  • Als einziger Ort in Mecklenburg-Vorpommern wird der Marienplatz von der Polizei mit Kameras überwacht

Bürgerbeteiligung und repräsentative Ergebnisse

Mattes Pienkoß, Leiter der Polizeiinspektion, betont die Bedeutung des Marienplatzes: „Der Marienplatz ist der Dreh- und Angelpunkt in Schwerin“. Die Polizei bittet ausdrücklich alle Bürger, an der anonymen Befragung teilzunehmen. Für eine repräsentative Untersuchung werden mindestens 150 Teilnehmer im Alter zwischen 16 und 85 Jahren benötigt.

Florian Schöllermann will seine Masterarbeit im August abgeben und die Ergebnisse anschließend der polizeilichen Praxis zur Verfügung stellen. Doris Grabbert begrüßt die Initiative: „Die Bürger werden gefragt und können sich einbringen“. Die Umfrage behandelt folgende Kernfragen:

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  1. Wie sicher fühlen sich die Menschen auf dem Marienplatz?
  2. Welche Ursachen gibt es für mögliche Unsicherheitsgefühle?
  3. Welche Maßnahmen könnten das Sicherheitsgefühl verbessern?
  4. Welchen Einfluss hat die Videoüberwachung auf das Sicherheitsempfinden?