Tödlicher Besuch in Texas: Vater erschoss Tochter bei Streit über Waffen und Trump
Ein Besuch beim Vater in den USA endete für die 23-jährige Engländerin Lucy Harrison tödlich. Die junge Frau starb durch einen Schuss aus der Waffe ihres eigenen Vaters Kris Harrison (51) in Prosper, einer Stadt nördlich von Dallas im für seine liberalen Waffengesetze bekannten Texas. Jetzt sind Bodycam-Aufnahmen aufgetaucht, die die ersten Aussagen des sichtlich aufgewühlten Vaters nach dem Vorfall dokumentieren.
Streit über Waffenbesitz und Präsident Trump
Lucy Harrison war Anfang 2025 mit ihrem Freund Sam Littler nach Texas gereist, um ihren Vater zu besuchen, der vor einigen Jahren in die USA ausgewandert war und dort eine neue Familie gegründet hatte. Nach Angaben aus dem Umfeld der Familie stritten Vater und Tochter am 10. Januar erneut über Waffenbesitz und Präsident Donald Trump. Während der hitzigen Diskussion führte Kris Harrison seine Tochter ins Schlafzimmer des Hauses.
Sekunden später fiel ein Schuss. Lucys Freund rannte in das Zimmer und fand die 23-Jährige reglos auf dem Boden liegend. In der Hand ihres Vaters befand sich eine Glock-Pistole im Kaliber 9mm. Lucy Harrison wurde tödlich in die Brust getroffen und starb noch am Tatort.
Bodycam-Aufnahmen zeigen aufgewühlten Vater
Die Polizei von Prosper veröffentlichte mit Einverständnis der Hinterbliebenen ein Foto der Getöteten und einen Nachruf. Die jetzt aufgetauchten Bodycam-Aufnahmen, die der „New York Post“ vorliegen, zeigen die ersten Minuten nach dem tödlichen Schuss. Ein Polizist betritt das Gebäude und trifft auf den sichtlich erschütterten Kris Harrison.
In den Aufnahmen sagt Harrison zu den Ermittlern: „Wir haben über Waffen gesprochen.“ Und weiter: „Sie fragte: ‚Hast du eine Schusswaffe?‘ Und ich sagte: ‚Ja.‘ Ich holte sie heraus und sie ging einfach los, als sie dort stand.“ Der Vater wiederholt gegenüber dem Polizisten: „Kaum hatte ich sie hochgehoben, ging sie los.“ Er habe gedacht, die Waffe sei ungeladen gewesen, sie müsse es aber doch gewesen sein.
Vater spricht von tragischem Unfall nach Alkoholrückfall
In einer schriftlichen Aussage erklärte Kris Harrison, er sei trockener Alkoholiker und habe an dem Tag einen Rückfall erlitten. Er gab zu, etwa einen halben Liter Wein getrunken zu haben. Seiner Darstellung nach wollte er seiner Tochter nur die Waffe zeigen, kurz bevor sie die Rückreise nach England antreten sollte.
Im Bodycam-Video ist auch Lucys verzweifelter Freund Sam Littler zu sehen, der sich die Hände an den Kopf hält, während Harrison mit der Polizei spricht. Eine Grand Jury in Texas glaubte schließlich der Schilderung des Vaters und wertete den gesamten Vorfall als tragischen Unfall.
Der Fall wirft erneut Fragen zu den liberalen Waffengesetzen in Texas auf und zeigt, wie schnell familiäre Streitigkeiten über politische Themen in einer Tragödie enden können. Die Hinterbliebenen in England trauern um eine junge Frau, die ihren Vater besuchen wollte und dabei ihr Leben verlor.



