Rudi Cerne: Eine außergewöhnliche Karriere vom Eis in die Fernsehstudios
Was verbinden Sie mit dem Namen Rudi Cerne? Für viele Zuschauer ist er das vertraute Gesicht der beliebten ZDF-Krimisendung „Aktenzeichen XY … ungelöst“. Doch hinter dieser moderierenden Präsenz verbirgt sich eine wahrhaft faszinierende und einzigartige Lebensgeschichte. Seit 2002 führt Cerne durch die Sendung, doch sein Werdegang begann weit entfernt von Fernsehstudios – auf dem glatten Eis einer Eiskunstlaufbahn.
Sportliche Anfänge und olympische Träume
Rudi Cerne erblickte am 26. September 1958 im Ruhrgebiet, genauer in Wanne-Eickel, das Licht der Welt. Nach seinem Schulabschluss begann er zunächst ein Lehramtsstudium in Sport und Biologie, doch seine wahre Leidenschaft ließ ihn diesen Weg nicht vollenden. Das Eiskunstlaufen zog ihn magisch an, eine Leidenschaft, die er mit seinem Vater teilte.
Sein Vater, selbst einst engagierter Eiskunstläufer, musste seine sportlichen Ambitionen nach dem Verlust eines Beines im Zweiten Weltkrieg begraben. Diese familiäre Geschichte trieb den jungen Cerne an. In den Jahren 1978 und 1980 krönte er sich zum Deutschen Meister im Eiskunstlauf und erfüllte damit nicht nur seinen eigenen Traum, sondern auch den seines Vaters. 1984 folgte der zweite Platz bei der Europameisterschaft und das krönende Highlight: die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Sarajevo, wo er einen respektablen vierten Platz belegte.
Der Übergang vom Sport zur Medienwelt
Mit dem Ende der Saison 1984 beendete Rudi Cerne seine aktive Profikarriere und wechselte zur bekannten Eisrevue „Holiday on Ice“. Parallel dazu absolvierte er eine Ausbildung zum Eiskunstlauf-Trainer. Doch sein Weg sollte ihn bald in eine ganz andere Richtung führen.
Erst nach seiner Eiskunstlauf-Karriere bahnte sich Cerne einen Pfad in den Fernsehjournalismus. Durch Praktika und freie Mitarbeit beim Westdeutschen Rundfunk (WDR) und Hessischen Rundfunk (HR) sammelte er erste Erfahrungen. Seine Fachkompetenz und angenehme Stimme machten ihn zum gefragten Live-Kommentator für Eiskunstlaufevents und Tanzturniere bei der ARD.
Etablierung als TV-Moderator beim ZDF
Ab 1992 moderierte Cerne verschiedene Sportsendungen für die ARD, bevor 1996 der Wechsel zum ZDF einen entscheidenden Wendepunkt markierte. Am 20. Februar 1999 stieg er in die Riege der Moderatoren des „aktuellen Sportstudios“ ein, neben Kollegen wie Michael Steinbrecher und Johannes B. Kerner.
Neben seiner sportlichen Moderation betrat Cerne auch die Welt der Krimiserien mit Auftritten in „Die Rosenheim-Cops“ und „Ostfriesenblut“. Zusätzlich übernahm er die Sportmoderation in den Nachrichtensendungen „ZDF heute“ und „ZDF heute journal“. Seit dem 18. Januar 2002 ist er die feste Moderationsstimme von „Aktenzeichen XY … ungelöst“ und präsentiert seit 2018 auch die Sendung „Vorsicht, Falle!“.
Privates Leben und heutige Engagements
Über sein Privatleben hält sich Rudi Cerne bedeckt. 1987 heiratete er seine Frau Christiane, mit der er 1990 Tochter Elisabeth bekam. Die Familie hat ihr Zuhause in Rodenbach bei Hanau gefunden.
Zu seinen aktuellen Sendungen gehören unter anderem:
- „Aktenzeichen XY … ungelöst“ (seit 2002)
- „Sportstudio-Reportage“ (seit 1996)
- „Sportler des Jahres“ (seit 2007)
- „Vorsicht, Falle!“ (seit 2018)
Rudi Cernes Werdegang zeigt, wie aus einem talentierten Eiskunstläufer ein vielseitiger und erfolgreicher Medienprofi werden kann – eine Karriere, die sowohl sportliche Höchstleistungen als auch journalistische Exzellenz vereint.



