Time Magazine präsentiert seine Auswahl der weltweit bedeutendsten Persönlichkeiten
Seit fast drei Jahrzehnten veröffentlicht das renommierte US-amerikanische Time Magazine jährlich seine Liste der einflussreichsten Menschen der Welt. Die Ausgabe für das Jahr 2026 versammelt erneut eine faszinierende Mischung aus Größen der Unterhaltungsbranche, politischen Schlüsselfiguren und gesellschaftlichen Ikonen – nicht ohne kontroverse Spannungsfelder.
Die Titelseiten-Stars und ihre Geschichten
In diesem Jahr zieren gleich mehrere prominente Gesichter die Cover der verschiedenen Ausgaben: Zoë Saldaña, die Anfang 2026 Scarlett Johansson als umsatzstärkste Schauspielerin aller Zeiten ablöste, teilt sich die Ehre mit brasilianischem Schauspielkollegen Wagner Moura, Countrysänger Luke Combs und Komikerin Nikki Glaser. Laut Branchenmagazin »The Numbers« haben Filme mit Saldaña beeindruckende 15,4 Milliarden US-Dollar eingespielt.
Time-Chefredakteur Sam Jacobs betont in seiner Einleitung, dass die Auswahl sich an »den Geschichten orientiert, die jedes Jahr die Welt prägen, und an den Menschen, die sie schreiben.« Zu jeder ausgewählten Person verfasst eine mindestens ebenso bekannte Persönlichkeit eine schriftliche Laudatio – für Saldaña übernahm dies Erfolgsregisseur James Cameron, während Komiker Chris Rock die Würdigung für Glaser verfasste.
Vielfältige Kategorien und überraschende Einträge
Die Liste gliedert sich in mehrere Kategorien:
- Künstler: Neben Saldaña finden sich hier Hollywoodgrößen wie Kate Hudson, Ben Stiller und Ethan Hawke
- Pioniere & Innovatoren: Modedesignerin und Ex-Spice-Girl Victoria Beckham gehört zu den Ausgezeichneten
- Sport: Eiskunstlauf-Olympiasiegerin Alysa Liu schaffte es vorzeitig in die Liste, obwohl das Magazin normalerweise erst im Juni seine Sportler-Rangliste veröffentlicht
- Internet & Raumfahrt: YouTube-Star MrBeast und Astronaut Reid Wiseman, kürzlich mit der Artemis-2-Crew zurückgekehrt, sind vertreten
Jacobs begründet die frühe Sportaufnahme damit, dass globale Sportereignisse verdeutlichen würden, wie das Sportgeschäft die Kultur »in noch nie dagewesener Art und Weise« präge.
Politisches Spannungsfeld in der Leader-Kategorie
Besonders brisant gestaltet sich die Rubrik »Leader«, in der das Magazin politische Entscheidungsträger aufführt. Time vollbrachte hier den diplomatischen Drahtseilakt, sowohl Papst Leo XIV. als auch US-Präsident Donald Trump auszuwählen – zwei Persönlichkeiten, die aktuell im politischen Clinch liegen.
Weitere politische Einträge umfassen:
- Trumps Außenminister Marco Rubio
- Sondergesandter Steve Witkoff
- Stabschefin Susie Wiles
- Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum
- New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani
- Kanadas Premier Mark Carney
- Chinas Machthaber Xi Jinping
- Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu
- Namibias Präsidentin Netumbo Nandi-Ndaitwah
- Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen
Zeitgeist einer polarisierten Welt
Chefredakteur Jacobs kommentiert die politische Auswahl mit den Worten, man befinde sich weiterhin »mitten in Trumps Welt« mit Großlagen wie dem Irankrieg. Gleichzeitig würden Demokraten ausgezeichnet, »die an die Macht gekommen sind oder an Bedeutung gewonnen haben, weil sie sich dem Präsidenten und seiner Politik entgegenstellen.«
Internationale Regierungschefs wie Carney und Frederiksen hätten im vergangenen Jahr gerade deshalb an Popularität gewonnen, weil sie sich gegen Trump positioniert hätten, so Jacobs weiter. Die Time-Liste 2026 spiegelt damit nicht nur individuelle Einflüsse wider, sondern dokumentiert auch die komplexen Machtverhältnisse und politischen Allianzen einer zunehmend polarisierten Weltordnung.
Mit dieser Mischung aus Unterhaltungsikonen, Sportstars, Internetphänomenen und politischen Schlüsselfiguren setzt das Time Magazine erneut Maßstäbe in der Bewertung globalen Einflusses – und bietet gleichzeitig eine Momentaufnahme der Themen und Konflikte, die das Jahr 2026 prägen werden.



