Zehn überraschende Fakten über Ostern: Vom wandernden Datum bis zum teuersten Ei
Die Osterzeit steht vor der Tür und bietet Anlass, sich intensiver mit diesem bedeutenden Fest auseinanderzusetzen. Wer glaubt, alles über das Auferstehungsfest zu wissen, wird hier mit Sicherheit überrascht. Wir präsentieren zehn interessante Fakten über Ostern, die Sie bisher vielleicht noch nicht kannten.
Darum hat Ostern kein festes Datum
Im Gegensatz zu Weihnachten, das stets am 24., 25. und 26. Dezember gefeiert wird, besitzt Ostern keinen festen Termin. Die Berechnung des Osterdatums orientiert sich am Mondkalender. Der Ostersonntag fällt immer auf den ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach dem Frühlingsbeginn am 21. März. Somit ist der 22. März das frühestmögliche und der 25. April das spätestmögliche Datum für den Ostersonntag.
Der enorme Eierkonsum in Deutschland
Der Verzehr von Eiern in Deutschland steigt kontinuierlich an. Laut dem Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL) aß jeder Mensch im Jahr 2025 durchschnittlich 252 Eier, was einem Anstieg von vier Eiern im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Seit 2022 ist ein klarer Aufwärtstrend zu verzeichnen, damals lag der Pro-Kopf-Verbrauch noch bei 234 Eiern.
Gibt es Hühner, die bunte Eier legen?
Das Färben von Ostereiern ist am Karfreitag in vielen Regionen eine feste Tradition. Interessanterweise existieren seltene Hühnerrassen, die von Natur aus bunte Eier legen. Dazu zählen beispielsweise Araucana-Hühner aus Südamerika, Marans-Hühner aus Frankreich, das Deutsche Lachshuhn, Wyandotten-Hühner aus England und New Hampshire-Hühner aus den USA. Araucana-Hühner sind bekannt für ihre grünen Eier.
Grundsätzlich legen Hühner jedoch weiße oder braune Eier. Die Eifarbe wird nicht durch die Nahrung oder die Farbe der Henne bestimmt, sondern durch die Rasse beziehungsweise die Gene. Eine Drüse im Legedarm des Huhns produziert rote oder gelbe Farbpigmente, die das Ei braun färben. Hühner, die weiße Eier legen, bilden diese Pigmente nicht. Ein Blick auf die Ohrscheiben des Huhns kann Aufschluss geben: Weiße Ohrscheiben deuten auf weiße Eier hin, während rote oder rosa Ohrscheiben meist braune Eier ankündigen.
Beeindruckende Oster-Rekorde
Den Rekord für das größte dekorierte Osterei hält seit 2019 die brasilianische Stadt Pomerode mit einer stolzen Gesamthöhe von 16,72 Metern. Ebenfalls aus Brasilien stammt der Rekord für den größten Schoko-Osterhasen der Welt, der 2017 produziert wurde. Er maß 4,52 Meter und wog unglaubliche 4245,5 Kilogramm. Neun Schokoladenhersteller arbeiteten acht Tage lang, jeweils zehn Stunden täglich, an diesem Riesenhasen.
Die größte Ostereiersuche fand 2007 in Florida statt. Am 1. April suchten 9753 Kinder in Begleitung ihrer Eltern im Cypress Gardens Adventure Park in Winter Haven nach insgesamt 501.000 Ostereiern und sicherten sich damit einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde.
Das teuerste Osterei der Welt
Als das teuerste Osterei der Welt gilt das Fabergé-Ei, das Peter Carl Fabergé im Jahr 1913 für die russische Zarenfamilie anfertigte. Es besteht aus Bergkristall und Platin, ist mit rund 4500 Diamanten besetzt und enthält eine kleine Blumenlandschaft als Überraschung. Im Dezember 2025 wurde es bei Christie’s in London für etwa 26 Millionen Euro versteigert, wodurch es zum wertvollsten der kaiserlichen russischen Fabergé-Eier avancierte.
In Hongkong wurde einst ein Ei aus Diamant mit 118 Karat für 30,6 Millionen Dollar versteigert.
Nicht überall kommt der Osterhase
Der Osterhase ist nicht der einzige Eierlieferant. In der Schweiz übernimmt der Kuckuck diese Aufgabe, in Teilen Hessens und Westfalens der Fuchs. In Thüringen fungieren der Storch oder der Hahn als Eierbringer, während in Schweden der Osterhahn die Eier verteilt. In Australien wird der Osterhase teilweise durch den Kaninchennasenbeutler ersetzt, da Hasen dort als Schädlinge gelten.
Erstmals schriftlich erwähnt wurde der Osterhase 1682 vom Medizinprofessor Georg Franck von Frankenau in seiner Abhandlung "De ovis paschalibus – von Oster-Eyern". Heute ist er das bekannteste Symbol der Osterzeit.
Schokohase ist beliebter als der Weihnachtsmann
Bei den Schleckermäulern führt der Osterhase deutlich. Für das Osterfest 2025 wurden in Deutschland 228 Millionen Schoko-Osterhasen produziert, während es 2024 nur 164 Millionen Schoko-Weihnachtsmänner waren. Etwa die Hälfte der Schoko-Osterhasen bleibt in Deutschland, der Rest wird in andere EU-Länder, die USA, Kanada, Südafrika oder sogar Australien exportiert.
Am beliebtesten sind sowohl Osterhasen als auch Weihnachtsmänner aus Vollmilchschokolade. Das Gerücht, dass nicht verkaufte Weihnachtsmänner zu Osterhasen eingeschmolzen werden (oder umgekehrt), ist übrigens falsch – das deutsche Lebensmittelrecht verbietet dies. Stattdessen werden die Süßigkeiten nach den Feiertagen zu reduzierten Preisen angeboten.
Post für den Osterhasen
Kinder können nicht nur dem Weihnachtsmann, sondern auch dem Osterhasen Briefe schreiben. Die Adresse lautet: Hanni Hase, Am Waldrand 12, 27404 Ostereistedt. Jede Karte oder jeder Brief, der spätestens eine Woche vor Karfreitag im Osterhasenpostamt eingeht, erhält bis Ostern eine Antwort. Im Jahr 2025 beantwortete der Osterhase rund 68.000 Briefe.
Warum heißt die Osterinsel eigentlich so?
Die Osterinsel ist eine abgelegene vulkanische Insel in Polynesien, die politisch zu Chile gehört. In der Sprache der Einheimischen heißt sie Rapa Nui. Berühmt ist die Insel vor allem für ihre fast 900 Moai, monumentale Statuen aus dem 13. bis 16. Jahrhundert, die menschliche Figuren mit überdimensionalen Köpfen darstellen.
Den Namen Osterinsel erhielt das Eiland, weil der niederländische Seefahrer Jakob Roggeveen sie am Ostersonntag, dem 5. April 1722, als erster Europäer entdeckte. In seinem Logbuch notierte er den Namen "Paaseiland" (Osterinsel), da die Entdeckung genau auf diesen christlichen Feiertag fiel.
Beliebte Redewendung: "Mein Name ist Hase, ich weiß von nichts"
Die Redewendung "Mein Name ist Hase, ich weiß von nichts" geht auf den Jurastudenten Viktor Hase im 19. Jahrhundert in Heidelberg zurück. Als ein Freund von Hase bei einem Duell seinen Rivalen erschoss, lieh Hase ihm seinen Studierendenausweis zur Flucht. Der Freund verlor den Ausweis in Frankreich, wo er gefunden und an das Universitätsgericht in Heidelberg geschickt wurde.
Viktor Hase musste vor Gericht Stellung nehmen und sagte: "Mein Name ist Hase, ich verneine die Generalfragen, ich weiß von nichts." Danach erhielt er seinen Ausweis zurück, durfte weiterstudieren und erwarb schließlich sogar einen Doktortitel.



