Seniorendorf in Prenzlau: Ein Zuhause mit Selbstbestimmung und direkter Kommunikation
In der Röpersdorfer Straße in Prenzlau hat sich eine besondere Wohnform für Seniorinnen und Senioren etabliert. Das Seniorendorf, das seit Sommer 2025 vom Pflegedienst sab geleitet wird, bietet aktuell 29 Bewohnern ein Zuhause, das Wert auf Selbstbestimmung und individuelle Betreuung legt.
Bewohner schätzen direkte Kommunikationswege
Helmut Siegfried Steuer, ein 85-jähriger ehemaliger Gastwirt aus Kröchlendorff, lebt seit über zwei Jahren in der Anlage. „Wenn mich was stört, dann schreibe ich einen Meckerbrief. Danach wird meist schnell Abhilfe geschaffen“, erklärt der Witwer. Diese direkte Art der Kommunikation mit der neuen Leitung funktioniere ausgezeichnet. Auch wenn nicht jedes Gericht seinem Geschmack entspreche – wie kürzlich das Wildgulasch mit Rotkraut – überwiege die Zufriedenheit mit seinem neuen Lebensumfeld.
Ursula Malingriaux, 74 Jahre alt, musste nach der Amputation beider Beine ihre Wohnung verlassen. „Das war hart, aber inzwischen habe ich mich arrangiert. Das Zimmer ist schön, die Schwestern lieb – was will ich noch mehr“, berichtet sie. Der 90-jährige Ulli Lange, der ursprünglich aus Finowfurt stammt, zog den Angehörigen nach, die in Prenzlau leben. An den Wochenenden erhält er regelmäßig Besuch von seiner Familie.
Struktur und Angebote des Seniorendorfs
Die 2017 errichtete Anlage besteht aus mehreren miteinander verbundenen Appartement-Häusern. Jeder Bewohner verfügt über ein abgeschlossenes Appartement mit eigenem Bad. Die Mahlzeiten werden in einem großen Gemeinschaftsraum eingenommen. Die gesamte Einrichtung ist behindertengerecht gestaltet und bietet Vollversorgung sowie eine rund um die Uhr verfügbare Rufbereitschaft.
Nancy Köpke leitet das Seniorendorf im Auftrag der Firma sab, unterstützt von ihrer Stellvertreterin Verena Hollmann. Das Team umfasst 25 feste Mitarbeiter sowie zwei zusätzliche Betreuungskräfte. „Unser Credo ist, dass die Bewohner so selbstbestimmt wie möglich leben können“, betont Köpke. Dienstleister wie Friseur und Fußpflege kommen direkt ins Haus, und ein Fahrdienst ermöglicht Termine außerhalb der Anlage.
Freie Plätze und zukünftige Projekte
Aktuell sind von den möglichen 45 Plätzen noch 16 frei. Nancy Köpke vermutet, dass der Betreiberwechsel im vergangenen Sommer zu dieser Situation beigetragen haben könnte, zeigt sich aber zuversichtlich: „Schließlich suchen viele Familien nach einer Unterbringung für ihre Angehörigen“. Voraussetzung für einen Einzug ist mindestens Pflegegrad II.
Für die Freizeitgestaltung ist gesorgt: Die Bewohner waren zuletzt mit der Aussaat der Hochbeete beschäftigt und sollen künftig regelmäßig in die Pflege einbezogen werden. Verena Hollmann kündigt an, dass noch in diesem Jahr eine Tagespflege eingerichtet werden soll. Interessierte können sich vor Ort in der Neustädter Feldmark beraten lassen und sich ein persönliches Bild von der Einrichtung machen.



