Abschied vom Zuhause: Was Sie Ihre Eltern fragen sollten, bevor es zu spät ist
Wir wollten doch noch so viel besprechen – und dann war es plötzlich vorbei. Dieses schmerzhafte Gefühl der verpassten Gelegenheiten kennen viele Menschen, wenn ihre Eltern sterben. Die Autorin Katrin Wilkens möchte genau das verhindern und zeigt in ihrem neuen Buch „Was zählt“, wie aus einfachen Gesprächen wertvolle Erinnerungen für das ganze Leben entstehen können.
Die verlorene Identitätsquelle
Wenn Eltern sterben, geht eine entscheidende Quelle der eigenen Identität unwiderruflich verloren. Für immer. Doch die Geschichten und Werte, die sie verkörperten, können durch rechtzeitige Gespräche bewahrt werden. Warum schrieb die Mutter zu Weihnachten immer genau auf, wie viel jedes Geschenk kostete? Vielleicht war ihr Gerechtigkeit oder Sparsamkeit wichtig, weil es in der Nachkriegszeit wenig gab und das Wenige sorgsam verteilt werden musste.
Warum ging der Vater sonntags immer mit zum Fußball? Möglicherweise war es seine Art zu sagen: Sucht euch Gemeinschaften und betreibt Sport, damit es euch gut geht im Leben. Sorgt für regelmäßige Pausen – auch wenn es den Begriff Burn-out damals noch gar nicht gab. Hört auf eure eigenen Bedürfnisse. Seid sozial engagiert.
Gespräche als Brücke zur Vergangenheit
Katrin Wilkens' Buch, das am 22. April 2026 erschienen ist, bietet einen praktischen Leitfaden für diese oft schwierigen, aber unendlich wertvollen Gespräche. Es geht nicht nur um die Klärung praktischer Fragen, sondern vor allem um das Verständnis der Lebensgeschichten, Werte und unausgesprochenen Botschaften der Eltern.
Drei zentrale Fragen, die Sie stellen sollten:
- Was waren die prägendsten Erfahrungen Ihrer Jugend und wie haben sie Sie geformt?
- Welche Werte waren Ihnen im Leben am wichtigsten und warum?
- Was möchten Sie uns Kindern für die Zukunft mit auf den Weg geben?
Vom Gespräch zum bleibenden Erbe
Diese Dialoge verwandeln sich von einfachen Unterhaltungen in lebendige Erinnerungen, die über den Tod hinaus wirken. Sie helfen nicht nur beim Trauerprozess, sondern schaffen ein bleibendes emotionales Erbe für nachfolgende Generationen. Die Autorin betont, dass es nie zu früh ist, mit diesen Gesprächen zu beginnen – aber leider oft zu spät.
Das Buch „Was zählt“ ist mehr als nur ein Ratgeber. Es ist ein Plädoyer für bewusste Kommunikation in Familien und eine Anleitung, wie man die kostbare Zeit mit den Eltern sinnvoll nutzen kann, bevor die Möglichkeit für immer verloren geht.



