Hochzeitskosten 2026: Drei realistische Budgetbeispiele für Paare
Die pauschale Angabe von 13.000 Euro für eine Hochzeit ist laut Expertinnen längst überholt. Wie teuer eine Hochzeit wirklich wird, hängt maßgeblich von der Anzahl der Gäste, der gewählten Location und den individuellen Prioritäten des Paares ab. Drei detaillierte Beispielrechnungen von Hochzeitsplanerinnen zeigen, welche Summen Paare realistisch einplanen sollten.
Frühzeitige Prioritätensetzung und Preisvergleiche
Melanie Goldberg von der Hochzeitsagentur «marry me» in Hamburg betont, dass eine pauschale Kostenschätzung von 13.000 Euro nicht mehr zeitgemäß sei. „Die Kosten hängen stark von der Gästezahl und den persönlichen Wünschen ab, etwa dem Rahmen der Feier“, erklärt sie. Nicole Straßen vom Hochzeitsportal24 rät Paaren, sich etwa ein Jahr vor der Hochzeit gemeinsam Gedanken zu machen, welche Elemente ihnen besonders wichtig sind und auf welche verzichtet werden kann.
Im nächsten Schritt sollten Angebote eingeholt und Preise verglichen werden. Die Preisspannen für Hochzeitsoutfits, Locations und Dienstleistungen variieren extrem. Ein Brautkleid kann zwischen 200 und 2.000 Euro kosten, während Hochzeitsanzüge ab einigen hundert Euro erhältlich sind. Günstige Locations wie Gärten, Vereinsheime oder Gemeindesäle bieten Alternativen zu teuren Restaurants.
Drei konkrete Budgetbeispiele im Detail
Beispiel 1: Hochzeit mit kleinem Budget im engsten Kreis
Für eine standesamtliche Trauung mit anschließender Feier im engsten Familienkreis zu Hause und zwölf Personen (inklusive Brautpaar) empfiehlt Nicole Straßen ein Mindestbudget von 3.000 Euro. Die detaillierte Kalkulation umfasst:
- Gebühren fürs Standesamt: 100 Euro
- Brautstrauß: 50 Euro
- Outfits für Braut und Bräutigam: 350 Euro
- Blumendeko: 100 Euro
- Essen und Getränke: 40 Euro pro Person
- Eheringe: 500 Euro
- Einladungskarten und Porto: 130 Euro
- Standesamt-Shooting: 500 Euro
- Dankesgeschenke und Namensänderungen: 150 Euro
Die Gesamtsumme beträgt 2.410 Euro, wobei ein Zehn-Prozent-Puffer für unvorhergesehene Ausgaben eingeplant ist. Melanie Goldbergs Faustformel liegt bei 200 bis 250 Euro pro Person, was bei zwölf Personen 2.400 bis 3.000 Euro ergibt.
Beispiel 2: Mittleres Budget mit kirchlicher oder freier Trauung
Bei einer kombinierten standesamtlichen und kirchlichen oder freien Trauung mit 25 Gästen für die Feier schlägt Straßen ein Budget von etwa 9.000 Euro vor. Die Kalkulation beinhaltet:
- Brautkleid und Accessoires: 760 Euro
- Brautfrisur und Make-up: 200 Euro
- Outfit des Bräutigams: 390 Euro
- Gebühren und Spenden: 250 Euro
- Miete für Location: 1.000 Euro
- Essen, Getränke und Hochzeitstorte: 53 Euro pro Person
- Musik und Technik: 500 Euro
- Dekoration: 250 Euro
- Fotograf: 1.500 Euro
- Eheringe: 500 Euro
- Einladungs- und Danksagungskarten: 230 Euro
Die Summe beläuft sich auf 8.108 Euro, plus Puffer auf 8.920 Euro. Goldbergs Faustformel liegt hier bei 360 bis 500 Euro pro Person, insgesamt 9.000 bis 12.500 Euro.
Beispiel 3: Großes Budget mit 100 Gästen
Für eine standesamtliche Trauung mit acht Personen und eine kirchliche oder freie Hochzeit mit 100 Gästen empfiehlt Straßen ein Budget von knapp 30.000 Euro. Die Posten umfassen:
- Outfits für Braut und Bräutigam: 3.200 Euro
- Trauungsgebühren und -dekoration: 3.160 Euro
- Hochzeitsfeier (Location, Essen, Getränke): 16.855 Euro
- Eheringe: 1.000 Euro
- Fotograf und sonstiges: 2.800 Euro
Die Gesamtsumme liegt bei 27.015 Euro, mit Puffer bei 29.720 Euro. In Großstädten können die Kosten laut Goldberg auf 750 bis 1.000 Euro pro Person steigen, was 75.000 bis 100.000 Euro für 100 Gäste bedeutet.
Fazit: Die Planung einer Hochzeit erfordert eine realistische Budgetierung, die sich an den individuellen Prioritäten und der Gästezahl orientiert. Frühzeitige Vergleiche und ein finanzieller Puffer sind entscheidend, um unerwartete Kosten abzufedern.



