Kleiderbörse Gadebusch: Annahmestopp bei voller Lagerkapazität
In der Kleiderbörse Gadebusch stapeln sich derzeit Dutzende Säcke voller Wäsche bis unter die Kellerdecke. Die Lagerkapazitäten sind komplett ausgelastet, weshalb erstmals in der Geschichte der Einrichtung ein Annahmestopp für Bekleidungsspenden verhängt wurde. Diese Maßnahme hat bei vielen Kunden zu Spekulationen geführt, ob das soziale Hilfsprojekt möglicherweise vor der Schließung steht.
„Wir kommen gar nicht hinterher“
Doreen Seligmann, die Leiterin der Kleiderbörse, erklärt die Situation deutlich: „Wir kommen gar nicht hinterher, das abzuarbeiten. Deshalb haben wir erstmals überhaupt einen Annahmestopp verhängen müssen.“ Sie bittet um Verständnis für diese außergewöhnliche Maßnahme, die durch einen Infozettel am Eingang kommuniziert wird. Trotz dieser klaren Hinweise kursieren inzwischen Gerüchte, wonach die Gadebuscher Kleiderbörse demnächst komplett schließen würde.
„Das stimmt nicht“, stellt Doreen Seligmann mit Nachdruck klar. Das soziale Angebot bleibt für hunderte Menschen in der Region erhalten. In der Kleiderbörse können sie weiterhin gebrauchte Bekleidung zu günstigen Preisen erwerben:
- Hosen und T-Shirts ab jeweils drei Euro
- Kleider ab vier Euro
- Sommerjacken ab fünf Euro
- Kinderschuhe ebenfalls ab drei Euro
Steigende Kundenzahlen und regionale Bedeutung
Die Nachfrage nach dem Angebot der Kleiderbörse ist in letzter Zeit deutlich gestiegen. „Es sind wieder mehr Kunden geworden, die bei uns einkaufen. Durchschnittlich 250 bis 400 Kunden sind es pro Monat“, berichtet Doreen Seligmann. Der Großteil der Käufer kommt aus dem Raum Gadebusch und Rehna, doch auch aus Schwerin, Wismar und Ratzeburg reisen Menschen an, um das preiswerte Angebot zu nutzen.
Die Öffnungszeiten bleiben unverändert:
- Montag bis Donnerstag: 9 bis 15 Uhr
- Freitag: 9 bis 13 Uhr
21-jährige Geschichte und zukünftige Perspektiven
Die Gadebuscher Kleiderbörse wurde im Jahr 2005 von Lydia Schultz mit ihrem Team eröffnet. Ursprünglich befand sich die Einrichtung in einer Baracke in der Rehnaer Straße, seit 13 Jahren ist sie in der Alten Molkerei untergebracht. Der Arbeitslosenverband Gadebusch betreibt neben der Kleiderbörse auch eine Möbelbörse sowie eine Fahrradwerkstatt und stellt damit eine bedeutende Stütze für Menschen mit schmalem Budget dar.
Doreen Seligmann betont: „Das betrifft insbesondere viele Rentner. Selbst wenn sie Rente bekommen, reicht das Geld oft nur knapp aus, um über den Monat zu kommen.“ Ab Mitte Mai soll voraussichtlich wieder die Annahme von Bekleidungsspenden möglich sein, allerdings mit einer wichtigen Bitte: „Aber bitte keine abgetragenen Sachen, die wir kostenpflichtig entsorgen müssen. Dies wäre für unseren Verein ein großer finanzieller Aufwand. Geld, das uns an anderer Stelle fehlen würde.“



