Strukturierte Vorsorge für Extremsituationen: Experte gibt praktische Anleitung
Was tun bei einem flächendeckenden Stromausfall, bei plötzlichem Hochwasser oder bei sich ausbreitenden Waldbränden? Der erfahrene Krisenmanager und Autor Thomas Kaser (66) hat dazu einen umfassenden „Ratgeber für die private Notfallvorsorge in Krisenlagen“ veröffentlicht. Der Titel des Werkes lautet programmatisch: „Warten ist keine Strategie – Krisenvorsorge Schritt für Schritt“.
Kein Prepper-Handbuch, sondern strategischer Familienleitfaden
Kaser, der über zwei Jahrzehnte als Krisenmanager für die Bundesregierung tätig war, betont ausdrücklich, dass sein Buch kein extremes Prepper-Handbuch für Krisen-Junkies sei. Vielmehr versteht er es als „strategischen Leitfaden für verantwortungsbewusste Familien“, die ihre Sicherheit in Notlagen nicht dem Zufall überlassen möchten. Der Ratgeber ist aktuell bei Amazon erhältlich und umfasst 152 Seiten zum Preis von 16 Euro.
Die vier zentralen Säulen der Krisenvorsorge
Basierend auf seiner langjährigen Erfahrung in der Leitung zahlreicher Krisenstäbe definiert Kaser vier fundamentale Pfeiler der privaten Vorsorge:
- Versorgung: Ausreichende Vorräte an Wasser, Nahrung, Energie und Hygieneartikeln
- Organisation: Klarer Notfallplan, Kommunikationsregeln, Evakuierungsstrategie und Sicherung wichtiger Dokumente
- Stabilität: Psychologische Ruhe bewahren, Bargeldreserven anlegen und klare Aufgabenverteilung innerhalb der Familie
- Netzwerk: Aufbau und Pflege von Kontakten zu Nachbarn, Verwandten und externen Helfern
Der Experte bringt seine Überzeugung auf den Punkt: „Nach über zwanzig Jahren in unterschiedlichsten Krisenlagen habe ich eine klare Überzeugung entwickelt, dass die größte Gefahr nicht das Ereignis selbst ist. Die größte Gefahr ist das Unvorbereitetsein. Menschen geraten nicht in Panik, weil etwas Unvorhergesehenes geschieht. Sie geraten in Panik, weil sie keinen Plan haben.“
Konkrete Checkliste für die ersten 72 Stunden
Am Beispiel des dokumentierten Stromausfalls in Berlin im Januar 2026 zeigt Kaser auf, welche konkreten Vorbereitungen Privathaushalte treffen sollten, um die kritischen ersten 72 Stunden einer Krisenlage zu überstehen:
- Wasserversorgung: Als wichtigste Ressource empfiehlt Kaser mindestens 2 Liter Trinkwasser pro Person und Tag, zusätzlich 1–2 Liter Brauchwasser für minimale Körperhygiene. Für einen Dreitagesvorrat bei einer vierköpfigen Familie bedeutet das: 36–48 Liter Wasser.
- Lebensmittelvorräte: Reis, Nudeln, Haferflocken, Knäckebrot, Hülsenfrüchte wie Linsen und Bohnen, Konserven mit Fisch oder Fleisch, Nüsse, Dosengemüse und -obst, H-Milch, Speiseöl, Salz und Zucker.
- Technische Ausstattung: Entscheidend ist die Frage, ob ohne Strom geheizt und gekocht werden kann. Alternative Wärmequellen wie Gasherde, Campingkocher oder Holzöfen sind essenziell, ebenso ausreichend Decken und Winterkleidung. Kaser warnt ausdrücklich: Offene Heizquellen wie Gasgrills oder Holzfeuer dürfen NIEMALS in Innenräumen verwendet werden – die Erstickungs- und Brandgefahr ist zu groß.
Vorausschauendes Handeln statt Angstverbreitung
Thomas Kaser betont, dass es ihm nicht darum gehe, unnötige Ängste zu schüren: „Es geht darum, strukturiert zu denken, vorausschauend zu handeln und Optionen zu schaffen, bevor man sie dringend braucht. Denn Warten ist keine Strategie!“ Sein Ratgeber bietet damit einen pragmatischen und durchdachten Ansatz, wie Familien sich auf mögliche Extremsituationen vorbereiten können, ohne in übertriebene Panik zu verfallen.



